Wie man’s macht: Zündeln mit Stil

titel_basteln
Liebe Bastelfreunde,

willkommen bei einer neuen Ausgabe von „Basteln mit Wichteln“. Wie immer freuen sich Albert und ich sehr euch zu sehen.

Nun, wie dem auch sei. Lasst uns nicht verzagen, sondern gleich das Kunststück wagen. Heute führen wir euch in die Geheimnisse der Herstellung professioneller Brandhölzchen ein!

Zeit für das Besondere

Wer kennt das nicht. Nachts. Regen. Und mit dem Neuen allein auf Wache. Der Gute ist furchtbar nervös. Überall wittert er Gefahr, einen Ork hinter jedem Baum, einen Mörder gleich hinter jener Ecke. Horch! War da nicht was? Hat sich da im Schatten nicht etwas bewegt? Nerven, zum zerreissen gespannt.

In Fällen wie diesen muss man handeln, und die Situation umgehend klären. Der unerfahrene versuchts mit Worten, doch der Wächter von Welt weiß es besser. Hier braucht es SCHLIMMFORD’s Professionelle Brandhölzchen!

Das Hölzchen mit Pfiff!

Entwickelt daselbst im Auftrag von SCHLIMMFORD und stetig und kontinuierlich verbessert ist das aktuelle SCHLIMMFORD Professionelle Brandhölzchen DER Knalleffekt in dunkler Nacht. Klein im Format, groß in der Wirkung – und dank der praktischen 10er-Box immer genug davon da!

Die Herstellung

Ja, die Sache mit den Zutaten. Kennen Sie das? In jeder schäbigen Kochvorführung , in der ein durchschnittlicher Mâitre eine Speise würzt, passiert es. Stets gibt es DIE unglaubliche und unnachahmliche Gewürzmischung. Hergestellt im fahlen Licht des Mondes, am Rand einer vom Morgen-Tau benetzten Wiese voll koppulierender Einhörner im Jahr des Flughundes ist sie es, die besagter Speise ihren unnachahmlichen Geschmack verleihet. Seit Äonen wird sie nur von Erbe zu Erbe weitergeben, und sie ist so geheim wie die Antwort auf die Frage ob der Mond tatsächlich aus Käse ist.

Nun. Um das ein für alle Mal klar zu stellen: Die Gewürzmischung besteht aus Salz, Pfeffer und Paprika, und den unnachahmlichen Geschmack verdanken wir den ungewaschenen Händen des Mâitre.

Meinerseits gibt es so einen Schnickschnack mit GEHEIM hier nicht. Im Falle unserer Brandhölzchen sind die Zutaten die folgenden:

bastel_komponenten

 

Montage

Die Montage bedarf ein wenig Fingerspitzen-Gefühl und ruhiger Hand.

  1. Zunächst lege ein Zündholz vor dich auf deine Werkbank
  2. Dann lege einen Zisselmann mit der langen Seite an die lange Seite des Zündholzes, so das beide Komponenten eng nebeneinander liegen
  3. Nehme beides auf wie es vor Dir lieget und halte es fest in der Hand
  4. Umwickle den Zündfaden des Zisselmannes ein wenig um das Zündholz, so das beim entzünden des selben die Zündschnur Funken schlaegt
  5. Nehme den dünnen Bindfaden
  6. Umwickle mit dem dünnen Bindfaden Streichholz und Zisselmann so eng und so fest wie möglich
  7. Verknote den Bindfaden, oder verklebe ihn, auf das die Komponenten so untrennbar wie möglich zusammen verbleiben.

Wer statt verknoten verkleben will der sei gewarnt: Spucke funktioniert in diesem Falle eher schlecht.

Die Verpackung machts!

Auch wenn das eigentliche Zündholz nun geschöpfet ist, so ist es doch alleine nichts wert, kommt es doch ohne den richtigen schein daher. Einem Umstand dem Abhilfe zu schaffen ist. Mit einem Farbenfrohen Ettikett!

Farbenfrohe Ettiketten sind wahre Kleinode der Kalligraphie, und somit längst nicht an jeder Ecke erhältlich. Selbst viele gut sortierte Ecken geben sie nicht her. Um nun trotzdem ein passendes zu finden hat es normalerweise die folgenden zwei Optionen:

a) Bist Du kaligraphisch begabt, oder kennst Du einen kalligraphisch begabten Kobold oder Gnom, der Dir Willens und zu Diensten ist, so schöpfe selbst oder lasse schöpfen: Dein Ettikett.

b) Falls a) nicht zutrifft verwende unsere wunderschöne Druckvorlage, in der unlimitierten 40 Jahre Albert SONDEREDITION. Perfekt geeignet zur Veredelung handelsüblicher Zündhölzchen haben wir genug für euch alle mitgebracht:

sample_streichholzbriefchen
DOWNLOAD – Druckvorlage als PDF

Einfach ausschneiden und mit geeignetem Klebstoff auf das Schächtelchen kleben. Auch hier ist Spucke eher schlecht, und ich empfehle lieber einen Klebestift zu verwenden.

Et voilá!

Hast Du die Anweisungen genau befolgt hast Du nun eine Packung Brandhölzchen, die den originalen, professionellen Brandhoelzchen von SCHLIMMFORD’s in fast nichts nachstehen! Probiere Sie aus, und sei begeistert vom Effekt!

Ja, und damit verabschieden wir uns… bis zur nächsten Folge. In dieser Backen wir einen Kuchen mit einer Feile drin.

Leonardus und Albert verbeugen sich!

*Donnernder Applaus…*

 

 

Werkzeuchwochen 2000

schlimmford_logo_neu

Hallo. Äh. Ja. Seid willkommen ihr Do-it-yourself-Fallensteller, Selfmade-Belagerungsturmbauer und Hobbyhaimwerker! Willkommen bei den Werkzeuchwochen mit Leonardus und Albert. Willkommen im „Die-es-selbst-tun-Paradies“!

Wie jedes Jahr finden unser Superiwent auch dieses Jahr auf Lethos statt. Und allerlei Neuigkeiten können wir euch anbieten!

  • Auch zum Kauf!
  • Auch fuer den kleinen Goldbeutel.
  • Da is fuer jeden was dabei.
  • Ohne Garantie (kost‘ extra, meist ausverkauft)
  • YO!

Messeneuheit: Das ÄhroUltraMAX III

ultra_aehro_max

Der leistungsstarke Antrieb fuer alle halbmanuellen SCHLIMMFORD Saeg- Bohr- und Ruehrwerkzeuge der MK Ib – MK V Reihe (aber ohne die Modelle MK IIIC, MK IVa sowie MK IVa/2) Sollte in keinem Haushalt pfählen. YO!

Mehr Infos und Livevorführung dazu und zu unseren VIELEN ANDEREN NEUHAITEN gibt an unserem Stand L1 (auf Lethos II) Direkt bei uns. Und Kommet alle zum

GROSSEN GALAEMPFANGE!!!

Jeweils Donnerstach bis Samstach zu wechselnden Tages und Nachtzeiten.

Grosser Galaempfang!!! +++YO!+++ Mit Torte!!! +++YO!+++ Aus eigener Herstellung! +++YO!+++ Voellich kostenlos! +++YO!+++ Allet nur fuer euch! +++YO!+++ Ploerre gibts auch! +++YO!+++ STEINAU RULES!!! +++YO!+++ sponsored by SCHLIMMFORD Werkzeugmanufaktur Intanationaal +++YO!+++

Frieden in Dosen! YO!

Das geheimnisvolle Zelt

titel_zelt_mit_rand

Normale Zelte, wie sie jeder kennt, kann man im Fachhandel, in Survivalgeschäften oder bei OBI komplett mit allem Zubehör kaufen. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen, Farben, Qualitäten und Preislagen. Eines jener Zelte kommt fast immer in Einzelteile zerlegt in einem großen Sack, in dem sich in aller Regel eine Aufbauanleitung, eine ganze Menge Heringe, diverse Gestänge, eine Zeltplane aus Tuch oder Plastik (in jedem Fall wasserdicht) und einige wenige Schnüre (meist aus Kunstfaser) befinden. Solche Zelte lassen sich sehr einfach auf- und abbauen, klein zusammen legen, auf sehr wenig Platz verstauen, und überaus bequem transportieren. Letzlich stellen diese Zelte eine Meisterleistung an Komfort, Design und Benutzerfreundlichkeit dar, die in jahrelangen Versuchen auf Unverwüstlichkeit und Allwettertauglichkeit hin optimiert werden konnten, und jeder LARPer mit einem bisschen Hirn wird sich sicher so ein Zelt kaufen.

Unser Zelt ist völlig anders. Davon handelt der folgende Bericht…

Am Anfang steht der Einkauf

Wenn Du ein Zelt bauen willst brauchst Du Material. Also gingen wir einkaufen, und kamen mit dem folgenden Krempel zurück:

Zelt Krempel

  • 6x 1,5m Rohleinen (atmungsaktiv… will sagen: Nicht wasserdicht, aber dafür mit einem besonderen „natürlichen“ Eigengeruch)
  • Ein uraltes, holzwurmzerfressenes Wagenrad (Ø 43,2cm; 12 Speichen; Metallumrandung… jedes andere funktioniert auch )
  • Ein altes Paddel (dreiteilig, Ruderblatt entfernt, nicht feuerfest…)
  • Ca. 0,2qm Leder (Elefantenhaut oder Nubuk nach Möglichkeit dunkelbraun…)
  • 12 Spaxschrauben (5×30)
  • 6x 1,5m Rohleinen (atmungsaktiv… will sagen: Nicht wasserdicht, aber dafür mit einem besonderen „natürlichen“ Eigengeruch)
  • 4 Sicherungssplinte mit Überwurfring (wenn ihr danach im Baumarkt fragt wird euch NIEMAND sagen können, was das ist )
  • Ca. 15m Hanfkordel
  • Flüssigimprägnierung (für’n Arsch)
  • ein paar Heringe vom Iglu Zelt

Bastelkraft voraus

Aus diesem abgerissenen Krempel den liebevoll ausgesuchten Materialien entstand ein nettes Vorzelt mit 3 x 3 m Größe, einfach aufzubauen, einfach abzubauen, einfach umzureißen, und faszinierend einfach und extra-leicht in Brand zu setzen. Es bot wenig Schutz vor Sonne, noch weniger Schutz vor Regen und keinerlei Schutz vor Wind, Sturmfluten und den blöden Blicken der Nachbarn. Trotzdem waren wir vom ersten Augenblick an von seinem unverwechselbaren Flair gefangen.

Mit dem Wagenrad als Rauchabzug konnten wir in der Mitte (neben dem Hauptpfeiler) eine Feuerstelle einrichten, an der wir uns wärmen und auf der wir allerlei kulinarische Köstlichkeiten zubereiten konnten. Wegen der fehlenden Seitenteil bot es sehr, sehr viel Platz, den immer, wenn wir es auf einem Con aufbauten, alsbald Freunde, und solche die es werden wollte (Schnorrer halt) einnahmen, um mit uns zu futtern, zu schnakken, zu saufen, zu rauchen, rumzuhuren, und dergleichen Dinge mehr zu tun. Schön war die Zeit, in der wie die Leichtigkeit des Seins genossen. Aber auch um ernsthafte Dinge kümmerten wir uns unter unserem Dach. Kriegsräte, Versammlungen und allerlei Politik sowie geheime Beratungen fanden hier statt.

Unser persönliches Highlight war es stets, wenn die Leute die Klasse unseres Zeltes bemerkten, und sie kommentierten. Meist hörten wir das unser Zelt sehr „interessant“ sei, und nur sehr selten fing jemand an zu lachen, wenn wir stolz erzählten, das wir es selber gebaut hätten. Wenn es bei leichtem Regen von der Decke tropfte gab es nur sporadisch Leute die freiwillig gingen, und die meisten Gäste liefen nicht einmal dann weg, wenn es anfing in Strömen zu regnen. Selbst wenn bisweilen die Mittelstange anfing zu brennen wurde dies meist nur interessiert beobachtet. Zumindest bei Regen war das auch nie ein Problem, da das Feuer eigentlich immer vom Regen gelöscht wurde. Wenn man so drüber nachdenkt ist es echt erstaunlich wie trocken einen die Illusion eines Daches halten kann, wenn man nur fest genug daran glaubt.

zelt2
Das Zelt auf Lethos (mit Windrad)

Und es geht weiter…

Irgendwann fanden wir, es wäre an er Zeit das Vorzelt zu einem Zelt zu „verbessern“ und kamen auf die krankhafte Idee, Seitenteile anzufertigen. Was sich sehr einfach anhört, ist in Wirklichkeit ein langer Leidensweg gewesen. Zuerst musste mehr Zeltplane her. Also kauften wir noch mal 12m x1,5m frisches, aromatisches Rohleinen. Des weiteren etwa 300 vernickelte, brünierte und goldene Ösen sowie 2 Besenstiele (in kotzgelb). In Thilos Garage fand sich noch eine Stange von etwa 1,50m Länge, die als vordere Stützstange verwendet wurde. 20m Sisal-Seil komplettierten unseren Einkaufszettel. Aber wr brauchten noch etwas. Denn die Iglu Heringe waren jenseits von allem, und wir brauchen Ersatz…

Von Rollmops und Matjes…

Die Auswahl an Heringen, sollte man erst mal ein Fachgeschäft gefunden haben, ist schier unerschöpflich. Da gibt es runde Heringe, flache Heringe, abgewinkelte Heringe. Da gibt es gerade oder spiralförmig, in diversen Durchmessern, aus Plastik, aus Alu, aus Stahl, aus „Es-sieht-aus-wie-Stahl-aber-es-kostet-nur-ein-Viertel-von Stahl“ und so weiter. Spezialitäten wie der spiralförmige, korkenzieherartige Superhering für 25,-EUR / Stück, mit dem man vermutlich Bohrinseln am Meeresgrund befestigen kann, runden das Angebot nach oben ab.

Sollte man sich inmitten der endlosen Auswahl am Ende auf eine Form einigen können, steht das nächste Problem im Weg. Wie lang? Von 20 cm bis zu 1,50 m kann man so ziemlich alles kaufen. Wer hier nach dem Motto „viel hilft viel“ vorgeht kriegt eine Problem, denn die Wahl der Länge will genau überlegt sein. Sind die Teile zu kurz halten sie nicht, und fliegen raus. Sind sie zu lang bekommt man stets drei von vier in den Boden, nur den vierten nicht, da sich an der Stelle wo er in den Boden soll natürlich eine Granitplatte befindet. (Aus dieser Erkenntnis hat sich bei uns die Überzeugung entwickelt das es in irgend einem Pantheon einen Gott des Zeltens gibt, dessen Leidenschaft es ist armen LARPern das Leben schwer zu machen. Zeltos der Unbarmherzige hat wirklich Sinn für Humor.)

Am Ende gekauft haben wir schlussendlich dann 15 Erdnägel (die billigen aus Alu, haben sich als Schrott entpuppt…) sowie, weil wir auf Nummer sicher gehen wollten, nochmal 10 verzinkte BW-Heringe (ca. 35cm lang, ebenfalls Schrott). Das das Ganze ein Heidengeld gekostet hat, steht außer Frage…

Fertig.

Nach einigen Stunden Arbeit hatten wir dann endlich vier Seitenteile geschaffen. Alles Einzelstücke, will sagen: Nix genormt, total schief und in keinster Weise zueinander kompatibel. Die Premiere war dann auf Lethos, Ostern 1999. Es übertraf unsere eigenen Erwartungen. In jeder Hinsicht. („Kann das sein das das hier zu kurz ist?“ „Äh…“)

zelt_tortuga_3
Das Zelt auf Tortuga 3

Mittlerweile sind wir hoch zufrieden mit unserer Schöpfung. Gut… es ist immer noch nicht wasserdicht, und auch nicht sonderlich stabil (es ist sogar ganz schön instabil, weil wir niemals die zusätzliche Windangriffsfläche oder das zusätzliche Gewicht der Seitenteile, wenn sie sich mit Wasser vollgesogebn haben, bedacht hatten). Bei starkem Wind hält meist nur unser starker Glaube und das ein oder andere Stoßgebet das Zelt am Boden. Und das es im Zelt tropft, wenn es draußen regnet ist völlig normal, allgemein akzeptiert und immernochein netter Gag für Leute, die das erste mal da sind. Auch an Komfort haben wir zugelegt. Mit unserer neuesten Errungenschaft, dem kleinen Faß-grill „Landmann 1a“ aus dem Hause Leonardus Molotov können wir nun auch die Temperaturen in kalten Nächten knapp über dem Gefrierpunkt halten. Und das sogar ohne jede Gefahr für die Mittelstange (und die Besucher unseres Etablissements). Seit wir auch heizen wurden unsere Orgien Teeparties immer exzessiver züchtiger, so das sich am Ende einige Verwegene sogar getraut haben im Zelt zu übernachten…

Die heiligen Regeln

Vom Anbeginn der Zeit, will sagen dem ersten Aufbau, gelten einige Regeln in diesen vier Wänden. Und dies sind die folgenden…

  • Jede(r) ist willkommen.
  • Wirklich: Jede(r).
  • Wenn sie oder er was zu trinken dabei hat, ist sie oder er noch viel herzlicher willkommen.
  • Frauen sind sowieso am allerherzlichsten willkommen. Bevorzugt wenn sie keinen Freund haben, leicht bekleidet sind, und dazu noch ein bisschen nymphoman veranlagt.
  • Alles was in unserem Zelt an Nahrung, Alkoholika, Antialkoholika und Rauschmitteln gleich welcher Art existiert, ist für alle da. Selbstbedienung ohne falsche Scham ist obligatorisch, denn wir feiern gern, und niemandem soll irgend etwas fehlen.
  • Jede(r) ist gehalten, sich nach besten Wissen und Gewissen einzubringen. Langweiler stören das Bild, gehen aber meist von selbst wieder. Oder schlafen ein, was angesichts dessen, was meist um sie vorgeht sehr, sehr verwunderlich ist…
  • Pazifismus rules: Waffen werden generell sorgsam in einer Ecke deponiert dorthin gepfeffert wo Platz ist und wo sie nicht stören.
  • Gekotzt wird nur außerhalb des Zeltes. (Erstaunlicherweise hat bisher noch NIE jemand nach dem Genuss unserer äh… „Gefühlserlebniswelt“ gereihert. Wieso wissen wir nicht. Vielleicht Geiz?)
  • Wer zum Abschied ein „Gehabt euch wohl“ als Abschiedswort loslässt, wird auf der Stelle mit einem Armbrustbolzen bedacht, stirbt eines qualvollen Todes, und darf (kann) nie wieder vorbei kommen.
  • All jenen, die Futter, Getränke oder Rauchkram mitbringen, gilt unser besonderer Dank. Auch jenen, die ihre Fingerfertigkeit in den Genuss von Rauschmitteln stellen (wir werden Christiana immer lieben) oder gar welche herbeischaffen haben bei uns einen Stein im Brett. Wobei wir betonen möchten das Mitbringen ein rein freiwilliger Akt ist…

Superlative…

  • Die Zeltkonstruktion ist einmalig, und trotz ihrer Bauweise bislang noch nicht zusammengebrochen. (!)
  • Wie viele Leute passen auf 3 x 3 Meter? Zwanzig haben wir schonmal gleichzeitig unterbekommen… mehr geht wahrscheinlich nicht (sonst kann man nicht mehr von „im Zelt“ sprechen).
  • Das Zelt bzw. seine Einzelteile wurde niemals gereinigt. Würde man es auswaschen, die Rückstande extrahieren und trocknen, und dann in Tablettenform pressen, würde man wahrscheinlich gegen das Betäubungsmittel-Gesetz verstoßen. Man könnte das Zeug dann aber zu horrenden Preisen in Frankfurt an der Konstabler Wache verkaufen…
  • Wir haben immer gern getrunken. Unser Zelt ist nicht das Hofbräuhaus, aber an einem Abend ging da schon was durch. Zwei Kästen Bier, eine Flasche  Oppenheimer Krötenbrunnen (Finger weg!), zwölf Liter Rotwein, Bärenfang, Spuren von Strohrum, Puschkin, Feenblut und diversen anderen harten Sachen…
  • Es wurde viel geraucht. Zigaretten in ungezählten Mengen, Pfeife und auch andere Dinge wie die gute deutsche Hecke von kurz nach’m Kriech…) haben unser Zelt wirklich zugenebelt, und geben ihm sein einzigartiges Aroma…

~

Zitate zum Zelt…

Mensch, das Päckchen Kippen hab ich doch gerade erst aufgemacht…
(Typischer Ausspruch mit wirrem Kopf irgendwann in der Nacht. Oder am Nachmittag…)

Ist es schon wieder hell, oder immer noch?
(Dem Glücklichen schlägt keine Stunde…)

Is‘ das hier nebelig…
(Atmosphärenanalyse)

…Ja Ja… s‘ is‘ scho‘ recht Chekov… mir wisse’s scho’…
(Bestätigung bekannter Gegebenheiten)

…der Hämmer!
(Sandra hat’s bei uns gefallen – ein echt treuer Fan)

Komm rein, nimm Dir’n Keks… – aber wenn du rausgehst leg ihn wieder hin…
(Typische Begrüßungsfloskel)

Hi, komm rein, setzt, dich, magste‘ was essen, was trinken? Drogen? Sex?
(andere typische Begrüßungsfloskel)

Was denn für ’ne NSC Besprechung!? Ham‘ wir was verpasst?
(Bei uns vergessen die meisten die Zeit. Wir auch…)

~

Immer wieder geschieht es…

Plötzlich und ohne Anzeichen. Das Unvorstellbare! Wie aus dem nichts materialisiert das Zelt in einem Heerlager, am Rande eines Waldes, im Zentrum eines Dorfes. An Orten, wo Gut und Böse aufeinandertreffen, wo Leute sich aus aller Herren Länder einfinden, um Geschichte zu schreiben. Dort erscheint es, lädt ein zum verweilen, und verspricht allerlei Kurzweil und Zerstreuung.

Vergessen und erleben, leiden und lieben, verdammen und vergöttern -oder einfach FEIERN!

Seid willkommen!

Ritualmagie

titel_ritualmagie_mit_rahmen

Ritualmagie: Im finstersten, fiesesten Fantasymittelalter ersonnener Zeitvertreib für unterbeschäftigte und minderbemittelte Magier. Nach neuerer Übersetzung bedeutet es soviel wie: „Die Ritualwachen gehen alle drauf. Alle. Ganz sicher.“

Mit der Magie ist das so eine Sache. Eigentlich könnte sie der Menschheit ganz nützlich sein, verstünde jene damit vernünftig umzugehen. Aber leider, leider ist dies nicht der Fall, weswegen man in der Nähe von Magie oftmals beeindruckende, körperliche Veränderungen, im Stil von „Arm ab, Bein ab, Kopf ab“ erleben kann.

Eine besonders grausame Art der Magie ist – Nein, nicht die Nekromantie, die ist harmlos. Besonders grausam ist statt dessen die „gute, alte“ Ritualmagie.

Man kennt das ja…

Es ist 5 vor 12. Die Welt steht (wie auf den meisten Con’s) kurz vor ihrem Ende. Von überall dringen Dämonen ein, und der Tod streicht durch das Lager. Es wird gelitten, geblutet und gestorben. Und trotzdem kämpfen die tapferen Recken munter weiter.

Während die Schlacht tobt und ein Sieg in weiter Ferne scheint findet in einem ganz anderen Teil des Lagers eine Versammlung statt. In dieser werden Pläne und Lösungsansätze erdacht, die den guten Rittern und dem anderem, um sein Leben kämpfenden Volk gehörig den Tag vermiesen werden…

In einem unscheinbaren Zelt sitz die magische Zunft zusammen. Man trinkt Tee, mampft Kekse, theoretisiert und überlegt nebenbei, was zu tun sei, um der dämonischen Plage die draußen tobt Herr zu werden (falls dafür Zeit ist).

Während draußen vor dem Zelt ein Ritter nach dem anderen zu Boden geht, während Feuerbälle explodieren und Rüstungsteile sich glühend in der Gegend verteilen dampfen dort drinnen die Köpfe der Magier. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Versammlung (deren Mitglieder eigentlich draußen dringend gebraucht würden… ) zu dem Schluss kommt, dass das Einzige was jetzt noch helfen kann die Durchführung eines absolut uralten und geheimnisvollen Rituals ist, welches die Vertreibung der Dämonen und den Sieg des Guten zum Zwecke hat.

Also sprachen die Zausel…

In einer kurzen Kampfespause, in der Ruhe vor dem nächsten Sturm wird flux ein Ritualplatz besetzt. Ritualwachen werden eingeteilt, die die Magier während der für sie so gefährlichen Zeremonie schützen werden. Ein Ritualkreis wird stümperhaft gezogen, Räucherwerk wird bereitgestellt und arkane Kräfte werden gesammelt. Und irgendwann geht es dann los.

In seltsam anmutenden Riten werden Götter angerufen (die wahrscheinlich gerade nicht da sind, und nur einen Anrufbeantworter besitzen). Magische Formeln werden geschleudert, Kerzen angezündet und in Bärte gebrabbelt. Es wird mit Blut, und anderen Opfergaben hantiert und ekelig anmutende Gerüche (von den uralten Räucherstäbchen..) verbreiten allgemeine Übelkeit. Und während komische Figuren und Gesten in die Luft gewedelt werden, während tonnenweise Pyrotechnik in Rauch auf geht, halten die Besten der Besten (oder die Dümmsten der Dümmsten?) um eben diesen Ritualkreis Wache, um alle Störungen des „ach-so-wichtigen“ Ritus zu vermeiden.

(Alles in allem gleicht dieses Bild einem Volksfest in Ankh-Morpork, stellt aber einen ganz normalen Abend auf einem deutschen Liverollenspiel dar.)

Tod und Teufel

Irgendwann kommt der Angriff. Übermachten mordlüsternder NSC’s, grinsend und lachend hinter Ork und Dämonenmasken, vermöbeln die armen Ritter nach allen Regeln der Kunst, und verteilen deren Eingeweide in alle Himmelsrichtungen. Tapfer kämpft man weiter, vermisst die fehlende magische Unterstützung der eigenen Zauberer die ja so beschäftigt sind, wird dabei völlig aufgerieben und liegt letztendlich mit 0 Punkten verblutend am Boden.

Ein Heiler ist gerade nicht da, weil er am Ritual teil nimmt. Der einzige andere Mullbindenverteiler verdient sich während dessen wild um den Preis der Behandlung feilschend eine goldene Nase. Da man selbst pleite ist hat man gar keine Chance und geht so nach 15 Minuten als Toter in sein Zelt, um sich in die Gewänder seines Ersatzcharakters zu schmeißen. Naja. Es gibt schlimmeres als als Held zu sterben…

Währenddessen erreicht das Ritual seinen Höhepunkt. Die Wahrscheinlichkeit das es funktioniert und das das Böse vertrieben wird ist zwar nicht größer als die, das das Ritual große gelbe Gummienten in der Mitte der Versammlung materialisieren lässt. Aber trotzdem- irgendwann ist es vorbei. Die Bösen sind weg, die Guten tot und das Ritual ist vorüber.

Zahltag

Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles in bester Ordnung. Doch dann bekommt man mit, das die zaubernden Zausel bevor alles anfing einen für das Böse völlig undurchdringlichen Bannkreis um den Ritualplatz gezogen haben. Dieser wurde so sehr aufgepumpt das niemals, niemals, niemals -auch in tausend Jahren nicht eine Kreatur ihn hätte betrete können.

In Kurzform: Die Zauberer waren niemals in Gefahr..

Für uns ist das der Moment wo man sich selber fragt, wer den Herren (und auch mancher Dame) dieser Zunft Lebensberechtigungsscheine ausgestellt hat, und ob es nicht langsam an der Zeit wäre, diese götterverfluchte Bande totaler Hornochsen mit Schimpf und Schande aus dem Lande zu jagen.

Wo man sich eine große Schneeschaufel wünscht, um damit voller Freude und glücklich lächelnd wie ein kleines Kind ein paar Magiern das Teil mit Schmackes über die Birne zu bügeln.

Wo man seine Seele für einen permanenten Magiespiegel auf seinem Schild verpfänden würde, um endlich diesen ganzen Unsinn magischer Idiotie auf seine Urheber zurückzuschleudern…

Früher. Ja früher war alles besser. Natürlich. Da war Magie auch mal zu was gut. Was waren das für seelige Zeiten. Aber heute? Dauernd gehen Rituale in Serie in die Hose, weil jeder Stümper versucht, ein berühmter Magier zu sein. Sich überschätzt. Und dabei die Mitstreiter aus den Augen verliert.

Unser Appell

Das muss aufhören! So bitten wir euch, ihr Magiebegabten, gleich welcher Rasse, welchen Alters und welchen Geschlechts!

Denkt an eure Krieger und Kriegerinnen, die versuchen auch eure Hintern zu retten! Die immer da sind, die die Stoßtrupps, die vorderste Front, die letzte Bastion bilden. Und die immer so sehr aufs Maul kriegen! Seid da, wenn man euch braucht! Verplempert eure Zeit nicht immer mit Ritualen. Sondern kämpft! Kämpft mit uns! Schmeißt Feuerbälle (und jene bitte gegen die richtigen!) Und hört endlich auf, euch hinter Bannkreisen zu verschanzen! Sonst hat das Gute eines Tages wirklich verloren, und kein Ritter wird mehr da sein, um eure gelehrten Köpfe vor den Schwertern der Untoten zu beschützen!

In diesem Sinne: Gemeinsam sind wir stark!

Team Horrowitz

Plörre

titel_ploerre_mit_rand

Plörre, die: Im finstersten Mittelalter zusammengepanschtes, alkoholisches Getränk, mit Stimmungsgarantie.

Der Ursprung der Plörre geht zurück auf Meister Leonardus Molotov (Erfinder) und Albert (n.n.g.M.a.n.d.) Erstmals hergestellt wurde es zu Lethos im Jahre des verwirrten Flughundes. Mit Fug und recht darf behauptet werden, das kein Getränk diesem gleichkommt,weder an Geschmack noch an Geschmacklosigkeit.

Die Zubereitung einer Plörre ist stark von Umwelteinflüssen abhängig, und dadurch schwierig. Erlesenste Zutaten im richtigen Verhältnis zusammengeschmissen und in der passenden Atmosphäre stundenlang innig gehätschelt und getätschelt garantieren für einen Rausch ohne Reue. Saufen stilvoll… will sagen: mit einem ganz eigenen Stil. Sehr zu empfehlen.

Herstellung

Benötigte technische Ausrüstung

  • 1x Topf, möglichst alt und rostig, denn nur in einem solchen Gefäß kann die Plörre ihr wahres Aroma entfalten…
  • 1x „Leonardus Landmann 1a Standgrillfass“ mit Kohlefeuerung nach LIN100
  • 4x Schaschlikspieße oder ähnliches Gerät (möglichst verbogen um das Obst bzw. störende Fremdobjekte herauszufischen… )
  • 1x Messer (möglichst stumpf, hat sich als am besten erwiesen…)
  • Diverse Becher verschiedener Machart aus möglichst unterschiedlichen Materialien, bevorzugt mit Henkel.

Ingredenzien

(berechnet für 6 Personen; ausreichend für ca. 1 Stunde)

  • 2,00l billigster roter Tafelwein
  • 0,75l Baron D’Arignac, franz. roter Tafelwein
  • 0.75l Le Baron, verflucht schlechter Rotwein
  • 0.75l Chianti, beliebiger aber billigster Natur
  • 0,20l Bärenjäger, ostpreussischer Bärenfang
  • 0,20l Pott40, bester Importrum
  • 150gr. Zucker
  • 500gr. Äpfel, rotbäckig
  • 0,20l Pott40, bester Importrum

Die Rotweine sind bei Bedarf durch andere zu ersetzen, je billiger desto gut. Nicht empfohlen wird allerdings der Stilbruch mit Wein aus TetraPak Behältnissen. Nicht das das nicht eine praktische Inovation ist. Aber so tief sinken nicht mal wir.

Benötigte Umwelteinfluesse

Zum Gelingen der Plörre tragen die gegebenen Umweltbedingungen (insbesondere: die Stimmung, die Gemütsverfassung und der Enthusiasmus der Anwesenden) wesentlich bei, da sie es sind die erst die Magie des Augenblicks in den Topf (und damit in das Getränk) bannen. Ohne Stimmung geht es nicht, sie ist unabdingbar. Gelingt das Einfangen der Stimmung nicht, ist die Plörre dazu verdammt bloß ein x-beliebiges, alkoholisches Getränk zu sein.

Folgende Parameter haben sich als hilfreich erwiesen:

  • Die Zubereitung muss in gemütlicher, lockerer Atmosphäre geschehen. Feindseligkeiten oder Misstrauen werden das Getränk verderben.
  • Mindestens 5 Personen müssen bei der Zubereitung der Plörre anwesend sein, und sich durch Äpfelschälen, Flaschenöffnen, Wein nachschütten oder Zucker zugeben beim Zusammenpanschen einzubringen.
  • Unabdingbar ist es, das die Anwesenden aus Personen beiderlei Geschlechtes bestehen.

Zubereitungsempfehlung

Zuerst ist es nötig, im Landmann eine kräftige Glut anzufachen. Danach stelle man den Topf auf den geheizten Rost und gebe in beliebiger Reihenfolge die beschriebenen Weine hinein. Jene Flüssigkeit erhitze man stark, verkoche sie aber nicht zu sehr. Nach den Weinen gebe man ebenfalls den Bärenjäger und den Rum hinzu, sowie die geschnittenen und geschälten Äpfel und den Zucker in den Topf. Das nun entstandene Gebräu muss heiß gehalten werden und ziehen. Weiteres kochen ist nicht erforderlich; stellt aber kein Problem dar.

Sodann ist die Plörre nach etwa 15 Minuten trinkfertig. Nun schöpfe man mit Henkelbechern die Flüssigkeit aus und genieße die Atmosphäre, lasse die Gedanken schweifen und sei gesellig. Doch Obacht: Mit nur einer Mischung ist es nicht getan!

Um die Stimmung zu steigern ist es nötig, ständig Weine nachzuschütten, und das Gebräu weiter zu kochen und den Topf immer wieder aufzufüllen. Der Phantasie in Bezug auf die verwendeten Alkoholika oder auch Nichtalkoholika sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Basis, die die Magie in den Topf bannt, ist bereits da. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.

So alle Maßgaben erfüllt sind wird man mit diesem Rezept einen wunderschönen Abend (oder auch einen Nachmittag, bis hin zum nächsten Morgen…) wunderbar ausgestalten können. Eindeutig ist jedem zu raten, dieses einmal auszuprobieren, denn es ist wirklich und wahrhaftig viel mehr als bloß Glühwein….

Mit Empfehlungen und Grüßen von Leonardus Molotov und Albert; an die Crew von Lethos I + II, insbesondere aber an unsere Gäste, will sagen an den guten Tim, den zauseligen Bertzel, die köpfeverdrehende Sandra, an unsere wunderschöne Tütendreherin und an alle anderen lieben Gäste in unserem heimeligen Zelt…

Sonderinformation

Nachträglich von der Lethos SL genehmigt und auf Lethos II das erste Mal eingesetzt

Die Zubereitung einer Plörre errichtet im Zelt ( und nur im Zelt, nicht in Burgen, nicht in Tavernen – nirgendwo sonst!) eine Friedenszone. Aggression, Feindseeligkeit etc. ist nicht mehr möglich und eine Person, welche das Zelt betritt benimmt sich sehr, sehr freundlich. Sie hat kein großes Interesse mehr das Zelt zu verlassen wenn sie erstmal drin ist und der Wille dazu (der aber prinzipiell frei ist!!!) nimmt zusätzlich proportional zur Dauer des Aufenthaltes ab…

Solltet ihr das auf einem Con durchführen wollen weisen wir explizit darauf hin das die Friedenszone nur so lange hält wie die Plörre noch lebt. Das bedeutet: Ein Topf voller kalter Flüssigkeit an dem seit 10 Minuten keiner mehr Interesse gezeigt hat bedeutet das Ende jeder Friedenszone. Natürlich kann man aber wieder von vorne anfangen. Die Friedenszone ist aktiviert sobald die ersten Dämpfe und Düfte der Plörre die Nasen erreicht haben.

Viel Spaß.

(Tip: Story ausdrucken und sie als GenehmigungsEntscheidungshilfe der SL zeigen…)

Mehr Hinrichtungen – Ein Plädoyer

Titel Hinrichtung

Hinrichtung: Im finstersten, fiesesten Fantasymittelalter ersonnener Zeitvertreib für das gemeine Volk / die ganze Familie

Eine der ältesten, überlieferten Strafmaßnahmen der kriminalistischen Neuzeit ist die gute alte Hinrichtung, die meist tödlich für den Delinquenten endet -sollte man meinen! Hinrichtungen sind Machtdemonstrationen von Potentaten, lustiger Freizeitspaß für Groß und Klein sowie beliebter Zeitvertreib, besonders für Samstag nachmittags. Auf nahezu jedem Con gibt es Richtblock, Henker und Angeklagten. Doch leider leider und zu unserem großen Frust: Hingerichtet wird allerdings eigentlich NIE jemand, obwohl alles immer so nett anfängt…

Irgendjemand wird von irgendwem wegen irgendeines Vergehen oder der Übertretung irgendwelcher Gesetze festgenommen und arrestiert. Das Überzeugen der Obrigkeit von der Notwendigkeit einer Verhandlung zur Aburteilung des Schurken ist ein leichtes, gilt doch eh‘ der Grundsatz, das jemand so lange schuldig ist, bis er seine Unschuld bewiesen hat.

Alsdann wird ein Herold beauftragt und ausgesandt, um dem ganzen Lager zu verkünden das eine Hinrichtung (evtl. mit vorrangehender ProForma Verhandlung) zur Mittagsstunde stattfinden wird.

Ein wütender aber gutgelaunter Mob organisiert sich daraufhin eiligst selbst, ganz gleich ob er irgendwas mit dem Geschehen zu schaffen hat, und taucht pünktlich auf. Die Schaulustigen sind bewaffnet mit Klappstühlen, Weinflaschen und allem was man sonst noch so braucht, erwarten ein zünftiges Schauspiel und sind voller guter Dinge.

Um 12:00h mittags (HighNoon) betreten schließlich die Akteure unter lautem Gejohle der Menge die Bühne:

~

Henk, der Henker
(Henker heißen eigentlich immer und überall Henk, ein Phänomen das wir anderweitig untersuchen werden…)

Ein Richter
(…sofern nicht der Henker dessen Rolle übernimmt.)

Ein Ankläger
(…sofern nicht der Henker… – na, ihr wisst schon…)

Der Delinquent oder Angeklagte
(… die arme Sau um dessen Schuld oder Unschuld es hier geht…)

Zwei Gardisten
(…gleich welcher Garde, die den Angeklagten festhalten und ihr möglichstes tun, grimmig zu gucken.)

Eine Frau
(…die sich aufopferungsvoll um den Angeklagten kümmert und bisweilen durch hysterisches Geheul die Verhandlung stört.)

Diverse Zeugen
(…Be- und Entlastungszeugen, was man halt so braucht…)

~

Der Richter (bzw. der Henker) eröffnet die Verhandlung. Noch bevor die Anklage verlesen wurde, fordert der Mob zunächst einmal den Tod des Angeklagten, wird aber streng vom Richter (oder vom Henker, je nachdem…) zur Ruhe ermahnt. Daraufhin liest nun endlich der Ankläger (bzw. der Henker) die Anklage vor. Ob so viel Niederträchtigkeit seitens des Beklagten geht nun ein kollektives und stimmungsvolles Raunen durch die Menge. Ein Tumult entsteht jedoch nicht, da nun bereits erwähntes Weibsbild schluchzend und kreischend zugleich proklamiert, wie man ein derartig abscheuliches Verbrechen nur ihrem Liebsten/werten Freund/Bruder/Mann/zufälligen Bekannten zur Last legen könnte…

(Einer der beiden Stadtgardisten hat von diesem Zeitpunkt seine liebe Mühe, besagte Frau immer wieder vom Bein des Henkers wegzuzerren, an welchem sie sich flehend festkrallt)

Weiter im Text: Der Richter ( oder der Henker…) ruft die ersten Zeugen auf. Einzelne Zwischenrufer die immer noch den Tod des Angeklagten fordern werden von den Stadtgardisten mittels Knüppel oder Bolzen ruhiggestellt, und am Rande der Verhandlung verarztet.

Zurück zu den Belastungszeugen: Jene erzählen meist in allen Einzelheiten (je nachdem wie gut sie von wem bezahlt wurden…) wie der Angeklagte gediebt, geplündert, gefrevelt und/oder gebrandschatzt hat; schmücken die Geschichte nach dem Willen des Volkes aus, und belasten den Angeklagten damit schwer. Interessant ist die Wechselwirkung zwischen Belastungszeugen und Publikum, eigentlich die Erfindung des gerne verwendeten TED, bei welchem das Publikum aktiv in die Entscheidungsfindung eingebunden wird: Je abscheulicher und brutaler die Darstellung desto mehr Beifall erhalten die Belastungszeugen vom Mob…

Nachdem mindestens zwei, maximal aber 5 Belastungszeugen gehört wurden, wird die obligatorische Frage nach Entlastungszeugen gestellt, die aber im heulenden Jammern besagter Frau untergeht. Jene hat es mittlerweile geschafft sich in der Kapuze des Henkers zu verbeißen, und sabbert dabei die ganze Zeit wie ein Tier. Abhängig davon wie laut sie jammert findet sich wohlmöglich doch einer dem es das Herz erweicht und der dann als Fürsprecher für den Delinquenten auftritt und versucht, dessen Arsch mit Beteuerungen und Schwüren seiner Unschuld zu retten. Man darf bemerken das jeder der sich als Fürsprecher zu erkennen gibt ebenfalls Leib und Leben riskiert, vermiest er doch wohlmöglich dem Mob ein schönes Schauspiel. Dies ist mit einer der Gründe warum Ent- viel seltener als Belastungszeugen sind.

Hat man selber nichts konstruktives zu sagen, so kann man etwa alle fünf Minuten mit einem empörten „Hört, Hört!“ auf sich aufmerksam machen und vielleicht sogar etwas Beifall – oder wenigstens zustimmendes Gemurmel – einheimsen. Man sollte jedoch darauf achten, das man durch diese Aussprüche nicht zu sehr in den Mittelpunkt der Verhandlung gerät, um am Ende nicht selbst (per TED) als Delinquent vorgeschlagen zu werden. ( „Das ist die Sau, die hat dauernd dazwischengebrabbelt!!! Kreuzigt ihn…!!!“ )

Nachdem alle Zeugen gehört wurden schreitet nun das Gericht (oder der Henker…) zur Entscheidungsfindung. Das debil spuckende und geifernde Volk erwartet einen Schuldspruch, der Henker ist sich der Schuld des Angeklagten ebenfalls sicher. Mitunter ist der Angeklagte nach der Verhandlung sogar selbst von seiner Schuld überzeugt… – beste Vorraussetzungen also für das was alle wollen:

„Schuldig im Sinne der Anklage! Der Delinquent wird sein Leben auf dem Richtblock aushauchen!“

Bis dahin ist alles gut. Nun beginnt er also, der letzte Gang des Verurteilten. Heroisch lehnt er die Augenbinde ab und bettet sein Haupt auf den schweren Eichenblock (zur Not auch auf einem IKEA Möbel…) und erwartet den finalen Schlag. Doch… Oh Grauss! Er kommt nicht!

Wir wissen nicht genau warum in so vielen Fällen diese finalen, alles entscheidenden Hiebe im besten Augenblick ausbleiben. Dahingehend stellen wir verschiedene Überlegungen an, die wir nachfolgend angeben wollen:

Die erste Möglichkeit ist, das der Henker selbst das Urteil in letzter Sekunde revidiert, weil er befürchtet des Nachts von Freunden oder Verwandten des Angeklagten dahingemeuchelt zu werden. So versucht er nun also den Mob (der Blut will) davon zu überzeugen, das der Tod zu milde sei und der Angeklagte statt dessen lieber ein Leben als Vogelfreier in der Verbannung leben soll…

Die zweite Möglichkeit ist das das Volk erkennt, das es ja der Obrigkeit und deren Gesetzen in die Hände spielen würde und das jeder einzelne wohlmöglich selber einst auf dem Richtblock mit der Kopf-Ab Methode enden könnte. Da das keiner will wird protestiert und opponiert, und so das Köpfen des Delinquenten in letzter Sekunde verhindert. Auch hier wird die Strafe in etwas lächerlich unbedeutendes abgewandelt.

Die dritte Möglichkeit ist, das das Volk folgendes erkennt: Ein schneller Tod des Delinquenten würde auch das unmittelbare Ende des schönen geselligen Beisammenseins an diesem sonnigen Samstag Mittag bedeuten. Außerdem müsste man die ganzen Nahrungsmittel und diverse, volle Weinflaschen wieder zurück ins Zelt schleppen, worauf in der Mittagshitze keiner Lust hat. Also wird alles getan, die Strafe abzumildern, was lange Diskussionen über das rechte Strafmaß auslöst, womit der Tag dann bis zum Abendessen gerettet wäre.

Welche Möglichkeit auch immer in Betracht kommt (auch Kombinationen aus zwei oder mehreren sind denkbar..) – wir finden das bemerkenswert.

Fakt ist, das aus einer geplanten Hinrichtung niemals mehr als eine lächerlich milde Bestrafung wird. Statt dessen entwickelt sich die ganze Story meist von „Tod durch Kopf-Ab“ in Richtung „Verstümmelung“ Sehr beliebt sind hierbei Hand abhacken, blenden, Beine brechen oder das Opfer für wissenschaftliche Studien zu missbrauchen. Wenn dann aber erkannt wird das man damit ja bloß einen weiteren Krüppel im Dorf hat, wird statt dessen entschieden ihn „endlose Jahre in den Kerker“ zu werfen. Von verschiedenen Seiten wird hiergegen dann Protest laut, da dies ja Steuergelder kosten würde und niemand bereit ist dafür aufzukommen. Also überlegt man wie man es billig regelt und entscheidet sich für „Lebenslange Verbannung“, revidiert dies aber nach 5 Minuten heißer Diskussion, da die Idee aufkommt das der Angeklagte in einer Fernen Stadt zu Ruhm und Reichtum gelangen könnte, was man ihm missgönnt. Statt dessen überlegt man dann in Richtung einer horrenden Geldstrafe, schwächt dies dann ab in „4 Wochen harte Feldarbeit verrichten“ und kommt gegen Ende zu dem Schluss das die einzige wirkliche Bestrafung „eine Nacht mit der Frau des Henkers“ sein kann. Damit ist jener dann nicht einverstanden, kann sich aber nicht mehr durchsetzen weil im Verlauf der Diskussion das Volk begonnen hat seinen Status nicht mehr anzuerkennen und ihn statt dessen als ihresgleichen oder als nörgelnden Störenfried betrachtet. Zu diesem Zeitpunkt wird dem Henker, wie auch den Gardisten klar, das er besser die Füße still hält, die Entscheidung des Volkes abwartet und diese dann als seine eigene verkündet, was ihn davor bewahrt seine Axt auch mal von der scharfen Seite kennen zulernen. Am Ende ist es dann sehr einfach:

Wenn der Angeklagte sich nicht im allgemeinen Tumult längst verpisst hat, sondern tapfer bis zum Ende des ganzen auf seinem Platz blieb wird ihm schließlich der Kompromiss aus gültigen Gesetzen, allgemeinen Befürchtungen und völligem Chaos verkündet der da heißt:

Freitod oder Freibier.

In aller Regel entscheiden sich die meisten Angeklagten daraufhin für das spendieren von Freibier und so geht der Mob mitsamt Richter, Henker, Gardisten und allen anderen einen saufen. Das ganze Dorf feiert daraufhin den Henker, bescheinigt ihm einen weisen Schiedsspruch, eine gute Show und gibt zu Protokoll das es sich schon auf das nächste Mal freut wenn er in der Stadt ist.

Übrig bleiben nur die immer noch hysterische Frau, die nicht geschnallt hat das der ganze Kram mittlerweile ein glückliches Ende gefunden hat und der (bis dato völlig vergessene) Kläger, der daraufhin das Vertrauen in das Rechtsystem verliert, beschließt Dieb zu werden, jemanden beklaut und dabei sein Leben verliert weil der andere schneller am Degen war…

~

Kann das wahr sein!? Ist das das Recht im LARP!? Tatsächlich ist es so wie beschrieben, mit kleinen Nuancen in Ausführung und Ablauf – aber doch im großen und ganzen zutreffend. Wir haben schon vielen „Hinrichtungen“ beigewohnt… doch hingerichtet wurde dabei noch keiner. Nicht mal verstümmelt!!! Nicht mal ein kleines Bisschen!!! Wir finden das seltsam bis dämlich… und vor allem inkonsequent!!! Genauso wie ein Krieger in der Schlacht oder ein Magier im Ritual den Tod oder schwere Verletzungen erleiden kann, sollte die Gerichtsbarkeit unnachgiebig hart mit Dieben, Meuchlern und dem anderen Gesocks verfahren! Der Tod auf dem Richtblock ist Berufsrisiko und uns fehlt jedes Verständnis dafür wenn ein gestellter und ergriffener Dieb immer noch mit BEIDEN Händen und Kopf sein Unwesen treiben kann!

Für mehr Härte im Rechtsystem:

Der Ambientefaktor

titel_ambiente_mit_rand

Was sie schon immer über Ambiente wissen wollten, wonach sie aber nie zu fragen wagten: Wir haben weltexklusiv als einziges LARP-Fachmagazin die Antworten, zu „Papier“ gebracht und hübsch strukturiert von unserm wundervollern, liebenswürdigen und wie immer etwas verstrahlten Freund Mumpitz. Viel Spaß also beim Studieren der ultimativen und mathematisch unanfechtbaren Berechungsgrundlage für echt korrektes Ambiente!

P.S.: Bei Hirnkrämpfen oder anderweitigen körperlichen, seelischen oder geistigen Beeinträchtigungen oder Versehrtheiten übernehmen TeamHorrowitz und der Autor keine Haftung!

Ambiente berechnet sich nach folgender Formel. Gerümpel (Mathematisches Zeichen „G“) und Gammel (Mathematisches Zeichen „Ga“, Maßeinheit Am/G) sind die Variablen der Ambiente-Formel:

Am = G x Ga   (Ambiente = Gerümpel x Gammel)

Das bedeutet, dass ein Maximum an Ambiente nur durch entsprechend große Anzahl an Gerümpel und einem hohen Gammelfaktor erreicht werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gammelfaktor oder die Quantität des Gerümpels die maßgebliche Rolle an dem erwünschten hohen Ambientewert spielt. So kann man z.B. eine (Kofferraumbedingte) geringe Anzahl an mitgeführten Gerümpel durch qualitativ hochwertigen Gammel durchaus wettmachen und einen nicht zu unterschätzenden Ambientewert erzielen.

Bemerkenswert an dieser Formel ist weiterhin, dass sich (bedingt durch die Multiplikationsstruktur) Ambiente nur dann erreichen lässt, wenn G (Gerümpel) und Ga (Gammel) > Null sind. Wäre z.B. die Anzahl des Gerümpels = „Null“, so nützt auch der größte Gammelfaktor nichts, da der Gammel immer ein oder mehrere Objekte benötigt, um daran zu haften bzw. sich zur Schau zu stellen.

Am = G x Ga   —>   Am = 0 x Megagammel      —>    Am = 0

Ebenso erreicht hochwertiges Gerümpel mit fehlendem Gammel keinen zufriedenstellenden Ambientewert:

Am = G x Ga   —>   Am = 1 Stück Gerümpel x 0     —>   Am = 0

Theoretisch könnte es jedoch auch einen Gegenstand geben, der selbst in nagelneuem Zustand trotz fehlendem Gammel eine (geringe) Steigerung des Ambientes hervorruft (z.B. eine tolle Rüstung auf einem Ständer). Da es sich bei dieser Ambientesteigerung jedoch um die zweite Stelle hinter dem Komma handelt, ist dies unerheblich. Für die Mathematiker sei hier informationshalber dennoch auf die komplette Formel  hingewiesen:

Am = G x (Ga + 0,0375)

Der Wert 0,0375 ist ein Mittelwert. Dieser wiederum basiert auf einem Hauptfaktor, nämlich dem Seltenheitswert „S“. Je seltener ein bestimmtes Gerümpelobjekt (wie z.B. die besagte Rüstung) anzutreffen ist, desto höher ist der Seltenheitswert und somit auch die Ambienteausbeute (auch bei niedrigem oder gar fehlendem Gammelfaktor).

Findet man den besagten Gerümpelgegenstand so gut wie in jedem Zelt oder an jedem Gürtel eines jeden Abenteurers, so beträgt der Seltenheitswert genau 0,01. Findet man ihn hingegen nur bei jedem hundertsten Abenteurer, so beträgt der Seltenheitswert genau 1. Noch seltenere Gerümpelgegenstände können durchaus auch einen Seltenheitswert von über 1 haben. Der Seltenheitswert „S“ berechnet sich also folgendermaßen:

S = Aa / Aamg x 100

(Aa ist die Anzahl aller Abenteurer, Aamg ist die Anzahl der Abenteurer mit diesem Gerümpelobjekt)

Die komplette Formel lautet also:

Am = G x (Ga + Aa) / Aamg x 100

Ambiente = Gerümpel x (Gammel + Anzahl AbenteurermitdiesemGerümpel) / AnzahlallerAbenteurer

Der Einfachheit zuliebe verzichten wir jetzt jedoch wieder auf den Seltenheitsfaktor und kehren zur Ursprünglichen Formel zurück.

Am = G x Ga

Interessant ist weiterhin die Umkehrung dieser Formel, löst man diese nach Gammel „Ga“ auf:

Ga = Am / G

Diese Formel benötigt man beispielsweise, um aus einem bestimmten Ambiente den Gammelgehalt „Ge“ zu ermitteln (wenn dieser eine Unbekannte ist). Man stelle sich ein hohes Ambiente „Am“ vor und dividiere davon die Anzahl des Gerümpels. Ein gutes Ambiente, welches aus nur wenigen Stücken Gerümpel besteht, bedeutet also, dass der Gammelgrad schon recht fortgeschritten ist.

Von der obigen Umkehrformel lässt sicht auch die Maßeinheit für Gammel herleiten. Gammel wird demzufolge in Am/G gemessen (sprich: „Ambientegerümpel“). Ein Faktor von 50 Ambientegerümpel zeugt schon von äußerst hochwertigem Gammel.

Für die mathematischen Perfektionisten noch einmal die vollständige (nach Gammel „Ga“ aufgelöste) Formel unter Berücksichtigung des Seltenheitsfaktors „S“:
Ga = Am  –          Aa      _
G       Aamg x 100

Wie der Mathematiker weis, müssen zum Addieren bzw. hier das Subtrahieren von Brüchen diese „auf einen Nenner“ gebracht werden.

Viel Spaß beim „auf einen Nenner bringen…“ wünscht:

TH

P.S.: Martin müsste lügen würde er sagen das er das alles je verstanden hat…

Der Delinquent

Delinquent (lateinisch: delinquere, für „sich vergehen, einen Fehltritt begehen“) ist eine insbesondere in der Kriminologie verwendete Bezeichnung für einen Straftäter. Sagt jedenfalls Wikipedia. Der liebe Mumpitz hat da auch so seine Vorstellungen, bringt sie allerdings nicht ganz genau so prägnant auf den Punkt. Dafür aber sehr viel lustiger. Interessanterweise ist Martin immer noch nicht hundertprozentig hinter den Sinn der Worte gelangt aber naja…. könnte daran liegen das er immer nüchtern war als er ihn gelesen hat.

typische_delinquenten
Fünf typische Delinquenten… bis auf Jay (tot) alle bewaffnet und gefährlich

Der Teilzeit-Delinquent

Nach Mumpitz werden Delinquenten in Teilzeit- und Vollzeitdelinquenten unterteilt. Teilzeitdelinquent ist jemand, der erst seit kurzer Zeit ein Delinquent ist. In der Regel ging er bis kurz vorher einem ehrbaren Beruf nach, bis ihn die Umstände – oder jemand – zum Delinquenten gemacht haben.

Meist wird man nicht von selbst zum Delinquent. Oft hilft der sogenannte (meist unbekannte) „Dritte“ (vergleiche auch: Denunziant) hier nach.

Da die Existenziellen Tätigkeiten eines Delinquenten von einem jedem recht leicht erlernt werden können, stellt das Delinquententum an sich eine attraktive Karrierechance für jede Art Abenteurer dar. Die benötigten Qualifikationen sind überschaubar, und es gibt wenig Möglichkeiten mit weniger persönlichem Einsatz zu Ansehen und Bekanntheit zu kommen..

Was nun unterscheidet Voll- und Teilzeit-Delinquent? Um dies zu verstehen ist es wichtig einen Einblick in das Berufsbild und den Aufgabenbereich des (Teilzeit-) Delinquenten im allgemeinen zu bekommen.

Die grundlegende Aufgabe des Delinquenten

Worum geht es wirklich beim Delinquenten-Tum? Nun, wenn man die Aufgabe des Delinquenten auf das wesentliche reduziert, dann geht es darum dem Volk Kurzweil zu verschaffen, ja! – es zu begeistern, zu flashen und vom Hocker zu reißen! Und womit kann man das nun wirklich, wahrhaftig schaffen? Richtig. Mit Blut.

Merke: Der beste Teilzeit-Delinquent ist der der möglichst inbrünstig, unter lautem Geschrei und mit viel, viel Einsatz von Körperflüssigkeiten (meist: Blut) sein Leben aushaucht… nicht ohne dabei ein ekstatisch-röchelndes „Freeeiheeeeeeiiii…..“ oder „Wrglbrmpfffffftttt…“ hören zu lassen…

Gute Delinquenten genießen hohes Ansehen beim Volk, und auch beim Rest des Ensemblés (z.B. Henker, Scharfrichter, die Reine-mach-Frau…) das es gemeinhin schätzt, mit echten Profis zu arbeiten. Insofern fungiert der Delinquent hier nicht nur als Vorbild und Mentor, sondern faktisch auch als (temporärer) Arbeitgeber für eine ganze Reihe von Leuten die ohne ihn einfach nichts zu tun hätten. Arbeitspsychologisch interessant hierbei ist, dass in dieser Arbeitgeber-zu-Arbeitnehmer-Beziehung der Henker als Arbeitnehmer gesellschaftlich-hierarchisch höher gestellt ist als der Delinquent in der Rolle als Arbeitnehmer. Möglicherweise ist dies ein psychologischer Motivationsfaktor, der den Henker dann auch ein bis zwei Augen zudrücken lässt, wenn sein Einsatz wieder einmal außerhalb gewerkschaftskonformer Arbeitszeiten (meist Sonn- und Feiertags) nötig ist.

Delinquententum – nicht nur für das Amusement

Man könnte meinen, das Delinquententum sei nur für die Belustigung und das Entertainment des gemeinem Volkes gedacht. Zwar ist das per se nicht falsch, aber doch zu kurz gedacht. Tatsächlich geht es hier nicht nur um Amusement. Tatsächlich nutzen „SIE“ das Delinquententum dazu besagtes Volk mit einigen einfachen Fragestellungen zu konfrontieren:

  1. „Hallo. Weißt du eigentlich das man als Delinquent keine besonderen Fähigkeiten BRAUCHT?“
  2. „Hallo. Weißt Du eigentlich das Du keine besonderen Fähigkeiten HAST?“
  3. „Hallo. Hast Du dieses Wochenende schon was vor?“

Drei einfache Fragen. Mehr braucht es normalerweise nicht, um das Volk (liebevoll bisweilen auch „der Mob“ genannt) damit an die eigene Sterblichkeit und an die Existenz der sogenannten „Drei Staatsgewalten“ zu erinnern. Besser bekannt sind diese unter ihren Namen Jorge, Henk und Malluk – drei grimmige, gewaltige Typen mit sehr großen Äxten, die als ausgesprochen gewaltig, um nicht zu sagen gewalttätig gelten. Demnächst auf Tournee, auch in deiner Stadt, bringen Sie die Gewalt des Staates unters Volk, falls der Regent deines vertrauens (vetinarimäßig) so entscheidet…

Vom Amateur zum Profi: Der Vollzeit-Delinquent

Vollzeitdelinquenten haben im Gegensatz zu den oben beschriebenen Teilzeitdelinquenten nicht den zweiten Bildungsweg beschritten. Vollzeitdelinquent wird man nicht, Vollzeitdelinquent ist man von Geburt an. Hat man als Teilzeit-Delinquent noch die Chance zu überleben sieht es als Vollzeit-Delinquent duster aus. Richtig duster. Zappenduster. Wie in einem Ogerarsch duster. Also: Nicht besonders gut.

 

Eigentlich…

 

Am Ende wird alles gut…

Wer unsere Hinrichtungsgeschichte gelesen hat weiß was nun kommt: Am Ende wird alles gut. Also, halt nicht. Es stirbt dann doch keiner. Der Vollzeit-Delinquent, der unerklärlicher Weise eine extreme Ähnlichkeit mit dem Wirt, dem Hautmann der Garde oder dem Erzmagier hat, und dessen einziger Zweck es ist zu sterben, der stirbt dann doch nicht. Ungefähr eine halbe Stunde vor dem geplantem Beginn der Exekutionsveranstaltung verschwindet er mit gekreuzten Armen in einer für den Pöbel nicht existenten Tür und ward seitdem nicht mehr gesehen…

Interesse?

Wer Lust auf eine Karriere mit Ver-Beamtung (lebenslang unkündbar) hat, die ziemlich sicher endet, wenn es „am schönsten“ ist, wer freie Kost und Logis schätzt, der sollte sich über das Delinquententum informieren. Neugierige Individualisten sind stets Willkommen. Fordern Sie noch heute unsere Broschüre an, oder reichen Sie gleich Ihre schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und Portraitzeichnung unter der Chiffre #Knalleffekt ein…

~

Basierend auf dem etwas vergilbten Original-Manuskript des

Hauptmann Mumpitz von Kranichfeld @ SagaLive

und leicht gepimpt und nach 2013 transportiert von

martin [at] horrowitz [dot] de


Endschlacht – eine SL geht Ihren Weg

titel_endschlacht_mit_rand

Ein Wochenende mitten in Deutschland. Halb zwölf. Matlock nimmt auf Pro7 den Verdächtigen gerade ins Kreuzverhör als in einem völlig anderen Teil unseres schönen Landes (…der wesentlich schlammiger ist als das deutsche Durchschnittswohnzimmer…) ein Krimi ganz anderer Art beginnt. Jener könnte zu Beginn etwa folgendermaßen aussehen…

Es beginnt wie es immer begann und immer beginnen wird. Eine Gruppe von Leuten, nenne wir sie „Die SL“ betritt den Platz. Es ist Frühling, die Vögelchen zwitschern und man ist sich einig die schönste Location (und gleichzeitig die preiswerteste…) überhaupt gefunden zu haben. Der Platz wird inspiziert und bereits jetzt sehen alle vor ihrem geistigen Auge die komplett eingerichtete Taverne und den mit bunten Fähnchen geschmückten Turnierplatz vor sich.

Endlich ist es soweit. Monate der Vorbereitung, lange Nächte der Plotplanung (und des übermäßigen Alkoholgenusses…) sind ins Land gezogen. Einladungen wurden geschrieben, verworfen, neu geschrieben, kopiert und dann wieder verworfen, noch zweimal überarbeitet um schließlich doch in erster Version verschickt zu werden. Kontos wurden geplündert, es wurde gebastelt und genäht, geflucht und geschimpft. Und doch… am Ende scheint es perfekt.

Man war sich einig: Dieses CON würde das LARP in Deutschland revolutionieren. Nichts wurde dem Zufall überlassen. An jede noch so unwichtige und unwahrscheinliche Nichtigkeit wurde gedacht, alle Eventualitäten wurden berücksichtigt und verschiedene „Pläne B“ wurden ausgearbeitet.

Doch niemand, wirklich niemand kann sich sein Schicksal aussuchen…


Donnerstag

19:46 – Der Himmel ist klar, das Bier ist kalt.

Die ersten Spieler sind heute Mittag schon angereist. Wilde Begrüßungsrituale. Sitzen am Lagerfeuer, ein Flasche Met kreist und Geschichten von vergangenen CONs machen die Runde. Könnte nicht besser laufen. Ich freu‘ mich wahnsinnig auf morgen. Mein erster Tag als SL..

08:00 – Es regnet. Meine Frisur sieht scheiße aus.

Gott, habe ich Kopfschmerzen. War wahrscheinlich doch Frostschutzmittel in der Pulle gestern Abend. Einige Spieler wollten eben schon einchecken. Habe sie auf 11:00h vertröstet. Zelte stehen schon. Nur nicht da wo sie hin sollten. Nehme das in die Hand.

08:45 – Hab meine Bürste nicht gefunden. Zahnpasta ist in der Tasche ausgelaufen.

Habe gerade wahllos Zelte auf und abbauen lassen. Keine Ahnung ob das jetzt alles stimmt. Fühle mich nicht so gut. Und dann der Typ der dauernd hinter mir herrennt und nach Klopapier fragt! Ich glaube mir ist schlecht..

10:00 – Panik! Jemand hat verkündet das schon eingecheckt werden kann. Habe ihn mit Panzerband vorerst ruhiggestellt…

Die ersten Spieler fangen an mit ihren Waffen rumzufuchteln. Haha, euch werden wir das Mütchen schon kühlen. Scheiße, noch kein TimeIn und die ersten Ambientegegenstände der Taverne sind schon gediebt worden.

11:45 – Tolle Wurst!

Muss noch mal einkaufen fahren, wer hätte denn damit rechnen können das wir ausgerechnet die Nägel, alles an Werkzeugen, Schnur, Schminke und Müllsäcke vergessen würden…

13:15 – Die Sonne brennt. Die Kopfschmerzen von heute morgen sind wieder da…

Bin wieder da. Unterwegs kein Benzin mehr gehabt. Zum Aldi gelaufen. Zwei Wagen vollgepackt und dann an der Kasse gemerkt das ich das Geld vergessen habe. Hab ihnen meinen Ausweis als Pfand dagelassen. Bin immer noch guter Dinge und voller Hoffnung.

14:00 – Puh, hab gerade mal ne Minute Zeit. Wo zum Teufel ist meine Freundin?

Habe eben in Eigenleistung das 6x6m Zelt aufgebaut. Habe das Toilettenpapier immer noch nicht gefunden. Gerade festgestellt das der VW Bus mit dem Fundus irgendwo unterwegs liegengeblieben ist. Sie denken das sie bis 17:00 da sind.

15:23 – Es regnet wieder. Bin auf meine Brille getreten

Habe gerade dreißig Kisten Bier vom Parkplatz zur Taverne geschleppt. Spüre meine Arme nicht mehr.

15:26 – Es regnet immer mehr. Bin noch mal auf meine Brille getreten

Habe gerade erfahren das die Taverne am anderen Ende des Lagers aufgebaut wird. Trage das Bier jetzt dort rüber. Zweifle an meinem Verstand.

16:45 – Es hagelt. Bin in Hundescheiße getreten

Bin wegen dem Wetter ins Zelt geflüchtet. Alle Klamotten total durchnässt. Habe mich auf die Luftmatratze fallen lassen. Hatte Schere in der Hosentasche. Mist. Egal.

17:00 – Die Sonne brennt. Das Lagerfeuer nicht. Und ich muss pissen.

Unser ganzes Brennholz ist zum Teufel. Wir hatten es draußen gelagert. Hoffentlich bleibt das Wetter jetzt so. Es kommen immer mehr Spieler.  Hatten wir nicht alles für 60 SCs ausgelegt??? Und wo sind unsere NSCs??? Wo ist der Fundus??? Fragen über Fragen.

17:30 – 38°C im Schatten. Ich muss immer noch pissen.

Mach mir gleich in die Hosen. Kann aber hier jetzt nicht weg, muss das einchecken übernehmen. Wo sind die Regelwerke die wir extra gekauft hatten??? Wo ist der Anmeldeordner??? Wahrscheinlich genau wie die Kasse: Beim Fundus…

17:45 – Es ist furchtbar heiß. Death Valley ist nichts gegen diese Location.

Der 160te Spieler hat gerade eingecheckt. Ich bin kurz vor einem Zusammenbruch. Habe gerade unsere eigenen Quartiere an Spieler vergeben. Hoffentlich wird die Nacht nicht so kalt, ich kann meinen Schlafsack nicht finden. P.S.: Bis jetzt hat sich immer noch kein NSC gemeldet…

17:50 – Die Kerzen für den Tempel sind geschmolzen. Dabei lagen sie in der Kühlbox!

Meine  Frisur sieht immer noch scheiße aus. Meine Blase platzt. Die anderen haben Pizza bestellt. Habe sie gerochen aber nie gesehen. Ich muss aufs Klo!!!

20:35 – Es hat sich merklich abgekühlt. Für 18:15 war die SL Ansprache geplant.

Ich war gerade pissen und hab gedacht ich hab sie verpasst. Habe eben erfahren das sie noch nicht stattgefunden hat und das ich sie halten soll. Wo zum Teufel sind meine Immodium akut?

21:34 – Frost. Und zu spät für Immodium akut…

Ansprache ist fertig. Ich auch. Wir haben jetzt 12 NSCs. Und 145 Spieler. Bis jetzt hät’s schlechter laufen können…

22:30 – Time in. Alles wird gut.

Haben gerade das erste Scharmützel stattfinden lassen. Alle NSCs verheizt. Haben einen mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gefahren. Kann voraussichtlich in zwei Wochen wieder raus… Sind mittlerweile bei 196 Spielern. Ich glaube, wir haben ein NSC Problem. Meine MitSLs leugnen dies hartnäckig…

23:30 – Kein Wetter. Habe meine Freundin immer noch nicht gefunden…

Der Plot scheint zu laufen. Dummerweise ähnelt er demjenigen den wir geschrieben haben nur in Ansätzen. Habe den Überblick verloren und hoffe ihn auf der SL Besprechung um 22:00 wiederzufinden. 22:00h ??? Scheiße, verpasst!

Samstag

00:02 – SL Besprechung ist ganz ausgefallen. Der Fundus den wir vor Stunden gebraucht hätten ist eben gekommen.

Habe gerade doch noch ein Stück Pizza gefunden. War gut versteckt neben dem Klopapier und der Schminke. Habe Fußabdrücke im Käse entdeckt. Sind nicht menschlichen Ursprungs…

00:03 – Es ist dunkel. Verdammt dunkel. Die Pizza lebt!

Habe eben festgestellt das wir die Brandversicherung für den Wald nicht abgeschlossen haben. Eine Unterschrift fehlt. Wenn das mal gut geht. Meine anderen SLs sind verschwunden. Habe den Verdacht das sie im Badehaus sind. Werde bei Gelegenheit mal nachschauen.

00:15 – Habe eine Mit-SL gefunden. Lag besoffen hinter dem Zelt.

Einige Spieler haben den Begriff Todholz sehr großzügig ausgelegt. Konnte nicht verhindern das sie eine komplette Fichtenschonung zwecks Brennholzvorrat gerodet haben. Wird schon keiner merken.

00:52 – Die Spieler sind voll. Die NSCs sind heiß.

Besagte MitSL hat in ihren Schlafsack gekotzt. Ihren? Verdammt! War meiner! Denke über Lynchjustiz und die Möglichkeiten der Anwendung des amerikanischen Rechtssystems nach…

01:30 – Nachts. Es regnet wieder…

Muss MagieSL bei einem Ritual machen. Mir ist kalt und ich habe meine Freundin immer noch nicht gefunden. In der Taverne ist ein schwerer Eichentisch zusammengebrochen. Unglücklicherweise lag jemand drunter. Der Sani war nirgendwo aufzutreiben. Wie ging noch mal die stabile Seitenlage?

01:38 – Das Ritual entwickelt sich zum Alptraum

Magier schmeißen gerade den Plot. NSCs am Boden. Muss schnellstens einen Dämon auftreiben.

02:00 – „Begriff: Alptraum“ für Ritual Untertreibung des Jahres.

Habe Dämon selber spielen müssten. Ich glaube ich bin allergisch gegen Latexmasken. Woran erkennt  man eigentlich ob einem die Nase gebrochen ist?

02:45 – Gehe mich mal Frischmachen

Habe unweit der Waschgelegenheiten unseren Sani gefunden. Lag auf meiner Freundin. Braucht jetzt auch einen Sani. Bin übrigens wieder solo.

03:20 – Bin deprimiert. Lege mich jetzt schlafen

03:22 – Schlafplatz war schon belegt. Scheiße.

Gehe in die Taverne ein Bier trinken. Der Wirt ist weg, die Spieler bedienen sich selbst. Egal. Setze mich zu den Spielern die mich mit Regelfragen Vollabern.

04:00 – Isch glaub isch bin voll. wasn schaiss. wiso mach isch das alles hia eigentlisch? *hicks

04:45 – Habe den Instantkaffee gefunden. Mach mir jetzt einen.

04:46 – War kein Instantkaffee sondern normaler. Ich glaube ich muss kotzen.

05:01 – Bin zum kotzen in den Wald gegangen.

Wurde dabei von den NSCs zusammengeprügelt. Habe danach von ihnen Meldungen über schwere Verletzungen bekommen. Angeblich wurden Blankwaffen gesehen. Hat jemand den Waffencheck gemacht?

05:15 – Habe gerade erfahren das ich den Waffencheck machen sollte…

Der Plot hat sich verselbstständigt. Die Klos sind übergelaufen, das Wasser läuft nicht mehr ab weil jemand Eintopf in die Waschbecken gekippt hat. Mache sie jetzt sauber.

05:20 – Das war kein Eintopf.

Gehe wieder in den Wald kotzen.

06:13 – Lege mich in die Taverne zum schlafen.

Samstag

06:49 – Die anderen SLs fragen warum ich immer noch schlafe und wo ich die ganze Nacht war.

Der Plot scheint zu laufen. Dummerweise ähnelt er demjenigen den wir geschrieben haben nur in Ansätzen. Habe den Überblick verloren und hoffe ihn auf der SL Besprechung um 22:00 wiederzufinden. 22:00h ??? Scheiße, verpasst!

07:10 – Samstag morgen. SL Besprechung.

Alle schauen mich erwartungsvoll an. Habe mir ein Aspirin eingeschmissen und mit einem abgestandenen Pils runtergespült. Meine Freundin hat sich entschuldigt. Ich habe ihr gesagt ich versuche es noch mal. Eigentlich bin ich überglücklich.

07:15 – Die letzen Spieler verschwinden aus der Taverne.

Leute fragen nach dem Verbleib ihrer gediebten Waffen. Keine Ahnung wer der Hehler ist. Habe gerade gemerkt das meine Waffe auch weg ist.

08:01 – Samstag morgen. Überall im Lager riecht es nach Frühstück.

Man hat mir gerade gesagt ich sollte den Hehler spielen. Versuche gerade alles für das Turnier heute Mittag vorzubereiten.

09:00 – Gehe duschen.

Habe anstatt dem Shampoo die in Plastikflaschen abgefüllte flüssige Fettschminke erwischt. Die Frisur hält jetzt. Jemand hat beim Zähneputzen mein Handtuch ins besagtes Waschbecken fallen lassen. Habe es weggeschmissen.

09:16 – In der Nacht hat jemand eine Mülltonne umgestoßen.

Habe sie wieder eingeräumt. Habe dabei mein Schwert gefunden. Hingen Tomaten dran. Und andere Dinge. An dem einen Bruchstück hing noch viel schlimmeres. Gehe noch mal duschen.

09:33 – Frühstück.

Hab mir eben ein Leberwurstbrot zwischen die Kiemen geschoben. Laut unserem neuen Plot bin ich heute Abend übrigens Endgegner. Muss dabei Latexmaske tragen.

10:16 – Nach dem Frühstück.

Der ALDI hat eben auf unserem Handy angerufen. Die wollen ihr Geld. Die Kripo ist unterwegs. Überlege schnellstmöglich mit der Kasse nach Brasilien zu türmen.

10:17 – Mist

Kann nicht nach Brasilien türmen. Habe ja keinen Pass. In der Kasse befinden sich übrigens 10,33 DM und 25 Öre.

11:25 – Leichter Nieselregen setzt ein. Mein Herz setzt aus.

Der Herold verkündet den Beginn des Turniers. Spieler suchen verwirrt den Turnierplatz. Hatte ihn irgendwann diese Nacht abgestreut. Das Mehl wurde aber wohl vom Regen weggespült. Suche einen Abhang zwecks Selbstmord.

11:33 – Habe einen Abhang gefunden

Hab mir beim runterspringen den Fuß verstaucht. Fingernagel ist abgebrochen. Bin schlurfend mit schmerzverzerrtem Gesicht unter stöhnen zurück Richtung Lager. Zwei Spieler wollten magische Artefakte bestätigt haben. Habe einen NSC mit der Fähigkeit „Todeshand“ auf sie angesetzt.

11:55 – Es ist fünf vor zwölf. Sehr prophetisch, was?

13:02 – Bisher läuft alles prima

Das Turnier ist im Gange.  Haben ein paar politische Verwicklungen. Eklat. Könnte krieg geben. Halte ich aber für eher unwahrscheinlich.

13:17 – …vergesst das mit dem prima…

Fehdebriefe werden von Parlamentären überbracht. Parlamentäre tot. Krieg ist da. Palisaden werden errichtet. Versuche noch rauszufinden welche Seite gestern die Blankwaffen einchecken wollte…

14:00 – Bestes Wetter. SL Besprechung

Diskutieren gerade Möglichkeiten den Krieg zu vermeiden. Sehr viel Kreativität. Favorisieren im Moment die Möglichkeiten „Vulkanausbruch“, „Massen-Lebensmittelvergiftung“ und „Meuchelattacken auf Anführer“. Sind uns aber noch nicht einig.

14:35 – Barometer auseinandergefallen.

Immer noch SL Besprechung.

14:54 – Arktischer Kälteeinbruch

Sind gerade zu einer Einigung gekommen. Krieg unglücklicherweise schon vorbei. Überlegen die Endlösung „Alles vernichtender nuklearer Winter“ eventuell trotzdem durchzuziehen.

15:26 – Hundekalt. Bier pisswarm.

Nuklearer Winter fällt trotzdem aus.

16:00 – Habe gerade mal eine ruhige Minute mit meiner Freundin verbracht.

Wenn ich sie nicht hätte würde ich durchdrehen 🙂 Habe gerade erfahren das die anderen SLs ins Schwimmbad im nächsten Ort gefahren sind und chinesisch essen waren. Mein Magen hat sich daran erinnert das er kein chinesisches Essen verträgt. Immodium akut sind alle. Muss aufs Klo.

16:05 – Probiere mich bei Spielern durchzuschnorren.

Habe für einen Brühwürfel die gediebten Waffen rausgerückt. Bin jetzt satt. 3 Schwerter und ein Schild unauffindbar.

16:44 – Schock!

Im Müll liegt eine Packung Graved Lachs. Premium Qualität. Originalverschweißt. Mit Dill. Inklusive abgepackter Senfsoße. Daneben liegt meine 30,-DM Flasche Rotwein. Leer. Ich weine. Nicht weil der Wein leer ist sondern weil jemand den Korken reingedrückt hat um ihn auszutrinken. Suche mir eine Rasierklinge und setze meinem Leben ein Ende.

16:54 – Keine Rasierklinge gefunden.

Nur die Enthaarungscreme meiner Freundin. Wo ist die überhaupt?

17:31 – Freundin schon wieder weg. Konzentriere mich aufs Spiel

Die Spieler haben alle benötigten Gegenstände für die Plotlösung zusammengesammelt. Bereiten die Endschlacht vor.

18:04 – Endschlacht in Vorbereitung. Der Knöchel schmerzt

Haben alle Reserven mobilisiert. Kommen nach vierter Zählung auf 22 NSCs und 7 SLs. Tavernencrew in Kostüme vom Typ „Hildegard“ und „war-leider-nichts-anderes-mehr-da“ gesteckt und als linke Flanke eingeteilt. SL Übernimmt die Nachhut. Erwarten dreifachen Schildwall, mindestens 20 Bogenschützen und ca. 50 Magiebegabte. Kein Problem.

19:00 – Endschlacht verzögert sich

Spieler beschließen diverse Rituale, Zwecks Waffenweihen, Waffenmagischmachen, Waffenvergiften, mitwaffenwasweisichwasmachen. Muss Ritual SL übernehmen. Mist habe mich 40 Minuten schminken lassen.  (Nehme nachher doch Maske)

19:02 – Hatte gerade Begegnung der dritten Art

Grüner Landrover mit wild fuchtelndem Förster aufgetaucht. Vermisst eine Fichtenschonung. Habe ihn zu OBI geschickt. Musste diverse Unterschriften auf diversen Formularen zwecks Schadensersatz leisten. Mit der schwarzen null wird das wohl nichts…

19:37 – Es scheint bald los zu gehen

Haben uns entschieden die Endschlacht vor dem Tempel auf dem etwa 3 Km entfernten Berg stattfinden zu lassen. Haben uns abgesprochen das es doof wäre wenn wir unsere NSC Truppen als Rosa Wölkchen an den SCs vorbeischicken würden. Haben uns deswegen entschieden die ganze Bande ganz außen um den Berg rumführen um die Spieler weiträumig zu umgehen.

19:58 – Die Laune ist gut, die Wiese ist nass

Komplikationen auf dem Weg zum Kampfplatz. Wir sind über eine von Bodennebel bedeckte Wiese gestapft. Etwa auf der Hälfte der Wiese stellte sich herraus das es sich nicht um eine Wiese sondern um ein Bodennebel bedecktes Sumpfgebiet (Feuchtbiotop) handelt. Auf der Verlustliste stehen neben ein paar Schuhen auch zwei NSCs Da die aber eh keiner mochte wird der Verlust hoffentlich niemandem auffallen….

20:22 – Das Feuer ist heiss, die Füße sind kalt.

Haben soeben den Kampfplatz ohne größere Verluste erreicht. Nach der Benutzung von zwei Reservekanistern Benzin war es ganz einfach das zur Ausleuchtung geplante Feuer in Gang zu bringen.  Haben uns dazu entschieden jedem NSC eine Flasche Bier zu spendieren. Ich hechte ins Lager um zu sehen wie weit die Spieler mit ihren Vorbereitungen sind. Werde dabei von einem Spieleraussenposten zusammengeprügelt der meine rote SL Binde übersehen hat…

20:52 – Wieder im Lager

Spieler sind immer noch beim Waffenweihen. Nutze die Zeit um endlich einmal in Ruhe die Toilette aufsuchen zu können. Weil kein Klopapier mehr da ist benutze ich schweren Herzens meine rote SL Armbinde. Naja. Das Teil ist ja eh zu nichts zu gebrauchen.

21:12 – Möge die Macht mit uns sein…

Jeder Spieler besitzt nun entweder eine (permanent) dreifach geweihte, versilberte oder magische Waffe, hat neben diversen normalen noch diverse Kristallrüstungen magischer Natur. Außerdem hat keiner weniger als 5 Heiltränke in der Tasche.  Habe mir überlegt den NSCs einen Zauber namens „Glasbruch“ zu geben was zumindestens die Sache mit den Heiltränken erledigen dürfte…

21:30 – Kriegsrat wird einberufen

Nach nunmehr einer halben Ewigkeit haben die Spieler einen Kriegsrat einberufen an dem nur die wichtigsten aller vertretenen Gruppen teilnehmen sollen. Da jeder mindestens einen Parlamentär und zwei Knappen, einen Schriftführer zzgl. der persönlichen Leibwache mitbringt platzt die Versammlung aus allen Nähten…

21:55 – Kriegsrat ist endlich vollzählig

Geschätzt haben sich etwa die 140 wichtigsten der insgesamt 180 Spieler bei der Versammlung eingefunden, was für eine klare Struktur, eine beschlussfähige Versammlung und eine zügige Absprache sicherlich förderlich ist. Am Rande des ganzen fiel mir auf das etwa 20 ganz andere Spieler unablässig Gegenstände aus der unbesetzten Taverne schleppen, was sich nach näherem Hinsehen als Bierkästen entpuppt. Leider habe ich keine Zeit einzugreifen, konnte aber eine MitSL instruieren dem treiben Einhalt zu gebieten.

22:18 – Kriegsrat diskutiert, das Kontobuch der Taverne ist weg

Versuche mich beim Kriegsrat einzuschleichen, werde aber von den Wachen zurückgehalten. Verweise auf meinen Status als SL was sie mir aber aufgrund der fehlenden SL Binde nicht glauben. Habe trotzdem mitbekommen das man sich entschieden hat nicht auszumarschieren sondern das Lager mit allen Mitteln zu verteidigen. Ergo: Wir haben unsere NSCs ganz umsonst seit etwa 3 Stunden taktisch klug in drei Kilometer Entfernung positioniert. Was die wohl die ganze Zeit machen?

22:55 – Die Spieler sind in den Vorbereitungen

Teile der vermissten Fichtenschonung sind als Palisaden und angespitzt in Fallgruben wieder aufgetaucht. Bin gerade damit beschäftigt den Lagerverantwortlichen beizubringen das sie Latexspieße zu nehmen haben und das 6 Meter etwas tief für eine Fallgrube sind. Ansonsten konnte ich Stolperfallen sichten, scheinen aber Regelkonform zu sein. Ein Arbeitstrupp ist gerade dabei die Grasnabe rund um das Lager auszustechen, um einen Graben zu simulieren. Wo soll das alles enden???

23:27 – Spieler sind am befestigen, begebe mich zu unseren NSCs

Mache mich auf den Fußmarsch. Schade das die SCs unsere in vierwöchiger harter Arbeit erstellte Deko nun gar nicht zu sehen bekommen. Kann man nichts machen. Überlege mir wie ich den Jungs und Mädels oben beibringe das wir sie vorhin völlig umsonst im Eilmarsch den Berg hinaufjoggen ließen. Ob sie wohl sauer sind?

23:44 – Sie sind nicht sauer

Statt dessen sind sie hackedicht. Ich wusste doch ich kannte die Gesichter derer, die vorhin die Taverne leergeräumt haben! Stauche erst mal die Leute zusammen. Die Stimmung eskaliert. Das Lagerfeuer auch. Das Bier ist alle, wir haben nichts zum löschen. Als das Feuer auf unsere aus Leinen bestehende Tempelfront übergreift versuche ich wagemutig jemandem eine 5 Liter Pulle Rotwein (…der gute Montelago…) zu entreißen, unterliege jedoch nach kurzem heftigen Kampf…

23:55 – Tempelfront ist niedergebrannt

Nachdem ich für die Nacht eine Brandwache eingeteilt habe organisiere ich den Sturm auf das Lager. Glücklicherweise konnte ich ja rausfinden wo die Spieler ihre Außenposten positioniert haben, so das wir sie taktisch klug einkesseln und dann allemachen können. Bin etwas gefrustet und genehmige jedem NSC einen Todesstoß nach eigenem Ermessen. Habe übrigens meine Latexmaske im Lager vergessen.

00:12 – NSCs sind im Sturm.

Habe mich kurz abgeseilt um meine Latexmaske zu holen. Erinnere mich sie das letzte mal auf dem Klo dabeigehabt zu haben…

00:14 – Habe meine Maske gefunden

Sie lag wirklich auf dem Klo. Genauer gesagt daneben. in einer undefinierbaren Pfütze aus Dingen, die zu beschreiben mir hier die Worte fehlen. Ich spüle sie ab so gut ich kann. Meine Tränen tun ein übriges um sie zu reinigen…

00:31 – Angriff!!

Bin wieder mit den NSC Truppen zusammengestoßen. Unglücklicherweise haben sie mich nicht erkannt, weil ja meine Binde…. Egal. Trage jetzt seit fünf Minuten die Latexmaske, weil wir hier eigentlich schon Vorposten der Spieler erwartet haben. Habe ein komisches Jucken an der Backe und einen eigenartigen Duft in der Nase…

00:41 – Können das Lager von unserer Positon aus sehen

Die Spieler scheinen so zu tun als wäre nichts. Alle sitzen um die Feuer und singen die Lieder a la „Der Hauptmann der Wache…“ Wir beschließen ihnen den Spaß gehörig zu vermiesen und stürmen los…

00:42 – Das mit dem Stürmen war keine gute Idee

Mist! Habe vergessen den NSCs von den gelegten Stolperdrähten zu erzählen! Sie haben sie dann aber auch ohne meine Hilfe im vollen Galopp gefunden… Unsere Truppe verwandelt sich in eine sehr homogene Masse, aus der nur hier und da ein Bein oder ein Schwert hervorlugte, als sie lawinenartig in Richtung Palisaden walzte…

00:43 – Glücklicherweise…

…waren die Palisaden stabil genug gebaut um unserem abrupten Fall ein ebenso abruptes Ende zu bereiten. Die an die Palisaden gebundenen Glöckchen die die Spieler bei Gefahr warnen sollten hätte es übrigens nicht gebraucht…

00:44 – Die Spieler sind nun auf uns aufmerksam geworden

Noch bevor wir unsere Knochen sortieren können ist bereits die erste Gruppe aus 40 Leuten heran und es hagelt Schwert- und Axthiebe. Kopftreffer blieben dabei leider nicht aus. Ich verkünde einen TimeFreeze, den aber entweder keiner hört oder den sie mir aufgrund meiner fehlenden Armbinde nicht abnehmen…

00:48 – Rückzug!

Unter dem Beschuss von Armbrust- und Bogenschützen und gejagt von den Fernkampfzaubern der Magier ziehen wir uns kontrolliert chaotisch zurück. Zwei Drittel der NSC Charaktere  ließen ihr Leben auf dem Schachtfeld, ohne das auch nur ein Spieler einen Kratzer abbekommen hätte…

00:56 – Wieder an unserem Beobachtungspunkt

Nachdem wir wieder in einigermaßen trügerischer Sicherheit sind und unsere Wunden lecken, bereiten wir eine zweite Welle vor. In der Ferne hören wir die SCs bereits ihren ersten Sieg gegen die grausamen Horden der Finsternis feiern. Irgendwie deprimierend.

01:12 – Also Plan B!

Was ist denn Plan B!? Äh…

00:16 – Verwirrung

Nachdem uns weder Plan B, noch Plan C oder irgend ein anderer Plan der in seiner Bezeichnung einen Buchstaben trägt einfiel, gingen wir zu einer anderen Methode über: Zivilisierte, gut durchdachte und äußerst rohe Gewalt. Ich habe drei NSCs instruiert einen Rammbock zu konstruieren. Zwei weitere kundschaften derweil die geeignetste Stelle in der Palisade aus…

01:24 – Neues Vertrauen

Nachdem wir unsere Vorbereitungen soweit abgeschlossen haben (aus Sicherheitsgründen haben wir die Rammspitze des Rammbocks mit Schaumstoff gepolstert…) geht es los. Die drei kräftigsten NSCs wurden als Rammbockträger ausgewählt. Der Rest folgt danach, ordentlich geordnet und bis an die Zähne bewaffnet.  Was soll jetzt noch schief gehen?

01:30 – Womit keiner gerechnet hatte…

…war das die Spieler in ihre Palisaden ein sehr einfach zu öffnendes und sehr, sehr, SEHR gut getarntes Tor eingebaut hatten,  welches sich in der Sekunde öffnete als wir in Todesverachtung heranstürmten. Bremsen war nicht. Sind mitten ins Lager gestürmt, auf dem Weg diverse Feuerstellen, Grillstellen und Zeltschnüre übersehend und mitreißend. Konnten dann kurz vor der Taverne stoppen. Dann kamen die Spieler und holten uns von den Beinen. Ok. Also. Arme verschränken und zurück zum Stützpunkt.

01:32 – Latexmasken sind scheisse!

Nicht allein deswegen weil man nichts sieht und auch keine Luft bekommt, sondern vielmehr deswegen weil sie den Spielern T.O.D.S.I.C.H.E.R verraten WER der Oberbösewicht ist. Und jener bekommt dann mächtig aufs Maul. Habe vorsichtig einen abgebrochenen Armbrustbolzen knapp neben meinem Linken Auge entfernt. Noch mal Glück gehabt. (Je nachdem wie man das sieht…)

01:36 – Ein letzter Versuch

Noch einmal wollen wir unsere Kräfte zusammennehmen und einen dritten Versuch starten. Alle kriegen doppelt so viele HitPoints wie vorher und werden mit dem Zauberspruch „Schildbrecher“ sowie „verfluchten Klingen 4“ ausgestattet. Diese SL Entscheidung hebt die Laune der NSCs ungemein. Nach dem Motto: „Und wenn wir eben den Charakter nicht kaputtbekommen dann halt den Spieler…“

02:12 – Die Ereignisse überschlagen sich

Wollten diesmal schlauer sein und haben uns überlegt per TimeFreeze (Wozu ist man denn die SL!?) ins Lager zu Teleportieren. Haben uns dazu einen strategischen Punkt in der Nähe des zu bewachenden Artefakts ausgesucht und sind dann gesprungen. Alles lief fast plan mäßig. Unter schweren Verlusten konnten wir das Zelt stürmen, um dann von den Spielern zu erfahren das das Artefakt längst an einen anderen Ort gebracht wurde, ohne der SL Bescheid zu sagen…

02:13 – Frust!

02:14 – Was nun?

Nachdem wir nun mit den verbleibenden 23 Leuten (…die anderen sind entweder im Lazarett, besoffen oder beides…) inmitten des Lagers stehen, innerhalb des Spielerzeltes welches den Tempel darstellt (… in dem es nichts mehr zu holen gibt..) und umringt von 130 schwerbewaffneten beschließen wir das Umzingeln wohl nicht drin ist…

02:15 – Ausfall!

Durchgeführt wurde ein Ausfall in dreierlei Hinsicht. Erstens: Aus dem Ring der Belagerer Zweitens: Ausfall diverser Gehirnzellen durch Kopftreffer Drittens: Ausfall diverser Gliedmaßen durch die nicht eingecheckten Blankwaffen (…waren freundlicherweise mit Tape umwickelt…)

02:27 – Ein fulminantes Ende

Da das Artefakt nicht mehr aufzufinden ist (man munkelt es befindet sich mittlerweile in einem roten Polo auf dem Weg nach Dortmund…) beschließen wir dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Zu diesem Zweck bereite ich mich zusammen mit vier anderen „freiwilligen“ Todesmutigen (allesamt NSCs die genau wissen das ich weiß das sie noch nicht bezahlt haben…) vor, in meiner Eigenschaft als Oberdämon in der Mitte des Platzes zu materialisieren, um ein paar Flüche zu brüllen und dann in einer Rauchwolke zu verschwinden. Nicht ohne zu drohen nach einem Götterlauf wiederzukommen…

02:30 – Rauchwolke?

Naja, das Rauchpulver ist ziemlich nass. Da aber jemand auf die Idee kam statt dessen Bengalisches Feuer zu verwenden wurde es doch noch ein schöner Effekt, so mit der Flammenwand in der wir hustend und röchelnd vor den Augen aller zusammenbrachen. Der Applaus und das Raunen in der Menge fand seinen Höhepunkt als meine Robe aus vollsynthetischem Pannesamt anfing zu brennen, und ich unter nichtgespieltem Kreischen und quietschen stolpernd und winselnd in Richtung Duschen verschwand…

02:55 – Rettung

Gott sei Dank war da ja immer noch das eine besagte Waschbecken, bei welchem der Abfluss verstopft war und das randvoll nur darauf wartete das ich eine Rauchfahne hinter mir herziehend mit einem lauten Zischen meinen Körper hineinstürzte. Egal. Hauptsache gelöscht.

03:15 – Endlich Ruhe

Das Spiel ist vorbei. Im Lager der Spieler herrscht allgemeine Feierstimmung. immerhin hat das gute ja mal wieder gesiegt. Komme nun endlich dazu diese blöde Maske auszuziehen. Ein Blick in den Spiegel bestätigt mir was ich ahnte: Ich habe die Maske nicht gut genug ausgespült, habe eine Latexallergie und muss jetzt zum Hautarzt. Tolle Wurst.

03:41 – Es regnet Katzen und Hunde

Hab mich gerade frisch gemacht, mich in vernünftige Gewandung geschmissen und wollte mich zu den Spielern ans Hauptfeuer setzen. Leider ist keiner mehr da und die die noch da sind sind entweder vollbesoffen oder wollen nichts mit mir zu tun haben weil ich aussehe wie ein Warzenschwein und weil ich immer noch rieche als hätte ich den Kopf ins Klo gesteckt…

03:54 – Habe ein Zelt gefunden in dem noch Licht brennt

Ich stecke den Kopf ins Zelt. Licht? Es ist mehr ein ausgewachsenes Feuer. Und vom Zeltdach tropft es. Auf einem Grillrost köchelt ein undefinierbares Getränk vor sich hin. Etwa 10 sehr lustige und weise Gesichter (auch Frauen!) blicken mich an, und ehe ich mich versehe sitze ich inmitten dieser (h)ausgemachten Drogenhölle. Verwirrende Eindrücke vernebelten meinen Geist. Und ich weiß: Ich will hier nie wieder weg!!!!

03:59 – Gesprächsthema

Nachdem ich nun langsam die Stimmen einzelnen Gesichtern zuordnen kann wird mir alles noch unklarer. Hat die das eben wirklich gesagt? (Sie hat!) Egal. Fragen drängen sich auf. Warum war ich gestern nicht hier? Warum war ich heute morgen nicht hier? Warum war ich vorhin nicht hier!? Wie ich erfahren habe existiert dieser Mikrokosmos seit Donnerstag ohne Unterbrechung und keiner der anwesenden hat eine Ahnung vom Plot oder der Tageszeit. Oh gesegnetes Unwissen….

04:33 – Pflichtbewusstsein

Ich will nicht aber ich muss. Gehen. Grauenhaft. Freundlicherweise hat man mir noch eine Pulle Wein für den Weg zum Zelt mitgegeben, nebst zwei Gläsern, einem Apfel, einem Päckchen Zigaretten in dem sich immerhin noch 5 Fluppen finden, eimerweise guten Ratschlägen, einem Heftpflaster und mit dem Hinweis das man bald eine neue Plörre (?) aufsetzen würde und ich doch wiederkommen solle. Man bat mich nur um eines: Wenn möglich noch irgendwelche unverbrauchte, gutaussehende und nymphoman veranlagte (..nach Möglichkeit auch ledige…) weiblichen Wesen mitzubringen…

04:52 – Fundsachen

Bin auf dem Weg ins Zelt noch mal pinkeln gewesen. Habe meinen Namen auf einen langen Stein gepinkelt.

04:53 – Stein???

Oh Shit, das war kein Stein. Habe einen der verschollenen NSCs gefunden. Lag unterkühlt und mit Platzwunde am Kopf bewusstlos im Graben. (Und sah ziemlich angepisst aus…) Habe ihn mit letzter Kraft ins Auto gehievt, um ihn ins Krankenhaus zu fahren…

05:12 – Auf einer Landstraße, irgendwo im nirgendwo…

Wer zur Hölle steht da vorne? Und was mag das rote Licht auf der Kelle bedeuten? Meinen die mich!? Leute in grün weißen Wappenröcken!!?? Oh Gott, Polizei! Wo sind die Fishermans?

05:14 – Musste ins Röhrchen pusten

Habe noch nicht gewusst das so ein Gerät mit einer Fehlermeldung aussteigen kann. Die Polizisten auch nicht. Aber egal. Angesichts der offensichtlichen Notlage hätte es ihnen genügt wenn ich ihnen meinen Ausweis hätte zeigen können. Ausweis? Der liegt bei Aldi…

05:18 – Glück gehabt

Sie lassen mich mit einer Ermahnung und nach Aufnahme meiner Personalien (und der Drohung morgen früh, also nachher am Zeltplatz vorbeizuschauen…) aussteigen und zu Fuß zurücklaufen. Das Auto nehmen sie mit. Na toll. 4,5km Fußmarsch. Kann es noch schlimmer kommen?

06:45 – Geschafft!

Ich bin wieder da. Keine Menschenseele regt sich mehr. Nichts wie ab ins Bett. Ob meine Freundin wohl da ist?

06:49 – Sie ist da

Ich stolpere in meinen Schlafsack und umarme sie zärtlich und hoffe vielleicht noch einen Kuss zu bekommen. Irritierenderweise ist aber da wo ihre Lippen seien müssten ein Bart. Naja, das ist mir jetzt auch egal. Ich küsse sie trotzdem.

06:59 – In Morpheus Armen

In der Gewissheit einen guten Job gemacht zu haben schlafe ich ein. War es nicht schön? Das aufräumen morgen wird sicher ein Klacks. Ob wir wohl etwas verdient haben, mit unserem Con? Fragen wie diese schießen mir durch den Kopf und sind das letzte was ich denke, als endgültig mich die Müdigkeit übermannt…

07:00 – *blinzel

…um plötzlich von einem Rülpser geweckt zu werden der von jemandem stammt der ganz sicher ein wesentlich größeres Brustvolumen hat als meine Freundin. Als ich mich umdrehe piekst mich etwas in die Seite: Meine Brille? Meine Brille!!!!  Nach dem aufsetzen sehe ich klarer. OH MEIN GOTT!!! DAS IST… DAS IST… OH MEIN GOTT WAS IST DAS!???????

07:01 – Gewissheit

Nachdem ich nun die Gewissheit habe das ich a) eben einen Mann geküsst habe und b) meine Freundin viel mehr gemacht hat als ihn zu küssen lege ich mich weinend nach draußen unter die Sterne, einsam, allein…. und mitten in die Pizza vom Vortag.

07:23 – Von Alpträumen gepeinigt…

…schlafe ich unter dem Gezwitscher der Vögel (sind es Geier?) ein und hoffe nicht mehr aufzuwachen… Und frage mich selbst „Vielleicht sieht ja morgen die Welt ganz anders aus?“ Und eine Stimme von irgendwo weit hinter den Gedanken, tief in meinem Kopf raunt mir zu: „Das glaube ich nicht, Tim…“

Es sei euch kund und zu wissen: Wir haben uns nicht alles ausgedacht. Viele von den Dingen die Ihr hier gelesen habt sind so oder ähnlich wirklich passiert, und können auch euch passieren, wenn Ihr ein Con macht. Manch einer munkelt, der Wahrheitsgehalt dieser Story liegt bei über 50%, aber wir schweigen nur genießerisch, und hoffen, es hat euch gefallen 🙂

Was ist LARP?

titel_was-ist-larp

Auch wenn wir es eigentlich nicht wollten, wären diese Seiten wohl nicht komplett, würden wir nicht kurz erzählen, was LARP eigentlich ist. Viele Leute vor uns haben bereits probiert, LARP zufriedenstellend zu erklären. Doch genau wie wir sind sie erbarmungslos gescheitert. Zitat ThiloWagner: „LARP kann man nicht beschreiben, LARP muss man erleben…“. Der gute Mann hat unzweifelhaft recht. Aber wir wollen es trotzdem einmal versuchen, und erklären LARP. Allerdings etwas anders…

Aus dem Buch der verwirrten Kapitel 1, Vers 1

Und am Anfang war das Papierrollenspiel. Und die Götter sahen, das es gut war. Nur war das den Menschen auf Dauer zu langweilig, und sie wollten mehr erleben. Also dachten die Götter kurz nach und schufen unüberlegter weise die Talkshows und auf Drängen einiger niederer Götter auch noch die Werbepausen. Damit konnten die Menschen nun aber echt nicht viel anfangen, und so beschlossen die Götter, ihren Fehler wieder gut zu machen.

So sprachen sie: „Es werde LARP!“

Und siehe, es ward LARP!

DAFÜR sollten wir den Göttern echt dankbar sein…

~

Von der Kunst, zu larpen

Obwohl man eine ganze Menge Entbehrungen in Kauf nehmen muss, sind LARPwochenenden die schönsten im ganzen Jahr. Von überall her strömen Leute auf Zeltplätzen und Burgruinen zusammen. Mit bis unter die Dächer vollgepackten Autos, beladen mit Gewandungen, Waffen, Rüstungsteilen und allerlei Ambientekram fahren sie unter Umständen mehrere hundert Kilometer, um ein paar Tage im Mittelalter zu verbringen. Innerhalb eines Tages entsteht auf netten Locations ein buntes Treiben. Heerlager werden errichtet, Turnierplätze werden abgesteckt, Tavernen laden zur Einkehr ein, Badehäuser locken mit barbusigen Maiden und Jünglingen. Bewaffnete Recken aller Herren Länder liefern sich spannende Gefechte, Magier und Gelehrte in reich bestickten Roben diskutieren und erforschen die Geheimnisse der Zauberkünste, Priester und Novizen predigen den Willen der Götter und Spielleute erfreuen die Gemüter mit ihren Darbietungen.

Und DU bist mittendrin!

~

Mittendrin statt nur dabei

Ein Liverollenspiel, bzw. ein Con (vom englischen „Convention“ = Zusammenkunft) hat keine Zuschauer, nur Teilnehmer. Jeder der sich auf einem Con einfindet, kommt mit einem Charakter dorthin, einer Figur die er ähnlich wie im Theater spielt. Jene Figur kann ein Ritter sein, ein Söldner oder ein Magier, ein Zwerg oder ein Elf. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Sie hat eine Vergangenheit, ist also irgendwann irgendwo geboren worden, lebt ihr Leben und wird irgendwann einmal auch sterben. Wer vermutet, das es für dieses Leben ein Drehbuch gibt, liegt aber -Gott sei Dank- falsch. Ein jeder ist frei zu tun, was immer er tun möchte, bzw. was sein Charakter für richtig hält. Deshalb ist jeder Charakter einzigartig, er definiert sich durch die Taten seines Spielers und das auf jedem Con. So macht er seinen Weg, von einem noch jungen, unverbrauchten Menschen zu einem gestandenen Helden, der viel erlebt hat. So ist ein Liverollenspiel bzw. ein Con also eine Zusammenkunft von Leuten, Charakteren mit den unterschiedlichsten Absichten.

Das Szenario

Irgendjemand muss es nun ja auch geben, der solch ein Spiel organisiert, der einen Platz mietet, sanitäre Anlagen bereitstellt, für die ganze Sache verantwortlich ist und den Prügelknaben für die Spieler darstellt. Dies ist der Converanstalter, bzw. die Spielleitung (SL), die auf einem Con die Fäden in der Hand hat. Jene SL kann eine Einzelperson sein, in der Regel ist es aber eine ganze Gruppe die solch ein Spiel organisiert, da es für einen Einzelnen viel zuviel Arbeit wäre. Natürlich kostet solch eine Veranstaltung auch Geld, welches die Spieler an den Veranstalter als Teilnahmebetrag abdrücken. Die Preise reichen von 0,-DM für ein kleines Tagescon, bei dem man sich selbst um einen Schlafplatz und etwas zu essen kümmern muss, bis hin zu einem Wochencon auf einer Burg mit weichen Betten und einem Festessen für 400,-DM. Dazu kommen dann noch die Fahrtkosten und wenn ihr auch noch raucht wird es sehr sehr teuer…

Das Spiel

Auch wenn es sehr schön sein kann, sich 3 Tage auf einer Burgruine mit Menschen in mittelalterlichen Kostümen einzufinden, dort zusammenzusitzen und einfach irgendwas zu tun, so ist es doch auf Dauer u.U. etwas langweilig. Deswegen bietet der Veranstalter eines Cons nicht nur einen Platz zum Zelten sondern auch eine Handlung, eine Geschichte oder wie immer man es auch nennen mag. Die meisten nennen es: Den Plot. Dieser kann zum Beispiel darin bestehen, Schlachten zu schlagen, Höhlen zu erforschen, magische Rituale zu vollführen oder Rätsel zu lösen. Selbstverständlich kann man dies alles auch kombinieren. Vom Spielleiter werden einem dabei Steine in den Weg gelegt, die zum Beispiel aus Räuberbanden, Dämonenhorden oder einfach nur aus schlechtem Wetter bestehen können. ( Die SL ist übrigens immer an allem schuld…) Somit bekommt das Dasein der Spieler auf einem Con also einen Sinn, weil sie eine Aufgabe zu erfüllen haben. Wer würde auch einem heulenden König wiederstehen, der einem die Hand seiner Tochter – oder auch tonnenweise Gold- verspricht wenn man dafür den bösen Drachen erlegt? Wohl kein echter Held, und so einer wollen wir ja (fast) alle sein. Außer Gegnern kann einem die SL aber auch mal eine gute Fee schicken, die einem bei der Lösung eines Problems behilflich sein kann. So was passiert, wenn die Spieler im Kreis laufen, und einfach nicht weiter kommen.

Nackt auf ein Con?

Nein, der Mensch trägt auch dort Kleidung. Allerdings sind Dinge wie Jeans und Marken T-Shirts eher unpassend. Deswegen kauft oder schneidert man sich eine passende, ambientetaugliche Kleidung. Man kann sich relativ einfach ausstaffieren. Eine Leggins, ein paar Lederstiefel und ein langes Hemd finden sich in jedem Haushalt und bilden einen guten Grundstock. Aus zwei oder drei Quadratmetern Stoff und mit Hilfe einer Nähmaschine lassen sich dann Dinge wie Wappenröcke oder Umhänge schnell und einfach selber herstellen. Gute Schnittmuster gibt’s im Internet oder im Buch der Gewandungen, erschienen in der DragonSys Reihe im Jürgen Wittmann Verlag.

Stirb Du Schurke!

Natürlich kommt es auch öfters mal zu „blutigen“ Auseinandersetzungen. Da man aber eigentlich kein Interesse haben dürfte jemandem 60cm Stahl in den Bauch zu rammen, verwendet man im Liverollenspiel Polsterwaffen. Diese werden aus Fiberglas, Schaumstoff und diversen anderen Dingen hergestellt, sehen ganz gut aus und sind bei richtiger Handhabung relativ ungefährlich. Man kann sie kaufen oder -mit etwas Erfahrung- selberbauen.

Das organisierte Chaos

Ohne Regeln kommt kein Spiel aus. Genauso ist es auch beim Larp. Ein Charakter kann nicht von vornherein alles, er muss vieles lernen. So erwirbt er sich im Laufe der Zeit Fähigkeiten, wie bestimmte Zaubersprüche oder eine Immunität gegen irgendwas. Wie und wann das geschieht ist durch Regelwerke festgelegt. Im wesentlichen gibt es in Deutschland davon zwei, nach denen die meisten Spiele bestritten werden: Da ist zum einen das Silbermond Regelwerk, ein sehr magielastiges Kompendium das so ziemlich alles regelt, was man regeln kann. Alternativ dazu existiert das DragonSys Regelwerk, nicht so umfangreich aber absolut ausreichend. Nach welchen Regeln ein Con gespielt wird, ist beim jeweiligen Veranstalter zu erfragen. Silbermond scheint sich übrigens langsam als Standart durchzusetzen und ist gerade in einer neuen, zweiten Version erschienen.

Alle Wege führen nach Rom

Da will aber keiner hin sondern viel lieber aufs Con. Wann und wo solch eines statt findet erfährt man durch Mundpropaganda, Einladungen oder im Internet in Thilo Wagners Larpkalender. Letzterer ist immer sehr aktuell und jeder Veranstalter, der etwas auf sich hält, lässt sein Con dort ausschreiben. Was noch zu sagen wäre… Wer einmal dabei war ist sein Leben lang süchtig und kommt nicht mehr davon los. ( Manche machen am Ende sogar eine eigene Homepage zu diesem Thema…) LARP ist deswegen etwas besonderes, weil man die Phantasie, die im täglichen Leben unterdrückt wird, ausleben kann. Man ist der, der man sein will, kann tun und lassen was man möchte. Man ist frei. Und mal im Ernst:

Wer kann das heute schon von sich behaupten?

Gehabt euch wohl!

titel_gehabteuchwohl_mit_rand
Welcher LARPie kennt das nicht: Der Tag beginnt einfach typisch für einen Samstag morgen. Die Nacht war scheisse, da man nicht mal einen Fingerhut, geschweige denn eine Mütze Schlaf abgekriegt hat. Der Schädel dröhnt von einer schlecht gezielten Polsterwaffe, und zehn Bier zuviel tun ihr Übriges zu einem gepflegten Kater. Die Augenlider hängen in Höhe der Kniekehlen, und dieser grauenhafte Geschmack im Mund nach toter Katze, will auch nach dem Zähneputzen nicht weichen.

Sei es wie es sei, so ist man trotz allem doch guten Mutes, und sucht in den Überresten des Gelages von gestern nach etwas Essbarem, und einer dringend benötigten Zigarette. Nach längerem Stöbern im nicht ganz so sauberen Zelt findet sich beides, und mit einem Seufzer lässt man sich zwar etwas benebelt, aber trotzdem glücklich und zufrieden auf einen versifften, nassen Schemel sinken. Einen Kanten Brot und eine angebrochene Flasche Wein wecken die Lebensgeister, die sich zwar partout dagegen wehren, aber schließlich doch unterliegen.

Ein fachmännisch prüfender Blick schweift über das Lager, bleibt am SL Zelt hängen und bestätigt einem: 11:00h. Die SL schläft. Alles ist gut.

Soweit scheint alles in bester Ordnung…

Die Ruhe trügt

Das Unheilt naht. Ehe Du es siehst ahnst Du es, weil sich deine Nackenhaare aufstellen. Du riskierst einen Blick. Da ist es. ES. Gut getarnt, in Form eines scheinbar harmlosen, aber in jedem Fall ganz sicher bösartigen Schwarzrobenträgers schleicht es heran.

Sofort bist Du hellwach.

Du weißt genau: Es sucht DICH! Und es wird dich finden! Wo verstecken? Wo Unterschlupf suchen? Unter dem Schemel? Im Zelt? Hinter dem Zelt? Unter dem Zelt? Fragen über Fragen. Während dein Körper noch unschlüssig in tausend Richtungen auf einmal eilt, dabei aber nicht vom Fleck kommt, ist es bereits zu spät…

„Guten Morgen“

Die Worte zerreißen die Stille, zerschlagen dabei die eine oder andere Gehirnzelle, und spielen mit deinen Nerven Ping-Pong. Die Augen zukneifend nuschelst Du zurück.

„M’rgn …“

Innerlich duckst Du dich, leidest, windest dich… weichst zurück vor dem Gespräch, das Dir plötzlich in dein Ohr gedrückt wird…

War ja mächtig was los gestern…was?

Da ist sie… die unvermittelte Frage, der Anfang vom Ende.

Hmmm…

Die Worte kommen nur geqäult über deine Lippen. Da, der nächste Schwerthieb:

Bist Du InTime?

Nach einem rettenden Ast suchend aber keinen findend, wie ein nervöses Kaninchen in alle Richtungen blickend, auf der Suche nach einem Fluchtweg entfährt Dir ein

Och… joh… gleich…mehr oder weniger, äh…

Vergewaltigung

Da steht er vor Dir. Einer von diesen gutmütigen, offenkundig irgendwie Planlosen, die tatsächlich früh morgens um 11 Uhr morgens, nach durchLARPter und durchzechter Nacht vernünftige Antworten erwarten.

Einer von denen, die extra früh ins Bett gegangen sind, weil sie so hoffen einen eventuell in den Morgenstunden vorbeikommenden Plot mit einem Hechtsprung doch noch zu erhaschen.

Einer der nicht gemerkt hat das die Spieler mal wieder vom Plot gejagt werden, aber schneller sind, und ihn so letzte Nacht abgehängt haben.

Du willst nur deine Ruhe, aber er muss Dir unbedingt erzählen, was er morgens im Wald schon erlebt hat. Und sei es nur, das er den Förster (…natürlich verpackt in eine Geschichte a la „Geheimnisvoller Fremder mit großem Zauberstab und lodengrüner Robe“) auf der Pirsch getroffen hat.

Das Leben kann so grausam sein.

Sprachlos und mit weit aufgerissenen Augen musst Du seinen Worten lauschen. Speichel tropft aus deinem Mundwinkel, und es ist nur eine Frage von Sekunden, bis der erste Schaum vorm Mund auftaucht. Du bist so hilflos, alleine, gefangen in einem Hagelschauer aus Belanglosigkeit, in einem immer wiederkehrenden Alptraum voller Stumpfsinn und Geistes-Siff.

Aber das ist noch nicht das schlimmste.

Während Du leidest und deine Gedanken laut durcheinander schreien merkst Du wie sich in einer Ecke deines Bewusstseins ein Gedanke bildet. Er ist in Arial 22pt, fett und rot. Und er blinkt. Und dann weißt Du was passieren wird, wenn ER endlich dein Desinteresse zur Kenntniss nimmt.

Das Grauen.

Das Namenlose Grauen.

Angst.

Du hast Angst. Panische Angst. Angst vor einem kleinen, unscheinbaren Satz, der noch nicht ausgesprochen, aber bereits da ist. Angst, vor einer sinnlosen Aneinanderreihung von drei hirnzerfressenden Worten, die in Ihrer Wirklung vielleicht vergleichbar sind mit einem von Ilona Christen auf Kisuaheli moderierten Kochkurs. Angst.

Noch immer unermüdlich plappernd, dabei den Kopf in alle Richtungen drehend nach einem neuen Opfer für seinen geistigen Dünnschiss suchend, beschließt unser Folterknecht aufzubrechen, allerdings nicht ohne anzudrohen, später wieder zu kommen. Noch ein letztes Mal nimmt er alle Energie aus seiner Umgebung einem Staubsauger gleich in sich auf, saugt das letzte bisschen Leben aus jedem Grashalm in seinen Körper, um alles für die finale Explosion entgültigen Schwachsinns zu sammeln.

Langsam, wie in Zeitlupe, öffnet er seinen Mund. Du siehst wie seine Lippen die Worte formen. Die Worte, die Dir diesen Morgen gründlich versauen werden.

„Ja, nu… ich geh dann mal.“

„Gehabt euch wohl!“

Soll ich mich auch ballen?

Es klingelt in deinen Ohren. Gehabteuchwohlgehabteuchwohlgehabteuchwohl… – wie ein Echo rast der Satz deine Gehirnwindungen entlang, schraubt sich in grausamen Spiralen in dein zentrales Nervensystem, zerdeppert alles was ihm in die Quere kommt, mäht Dir das letzte bisschen DNA aus deinem Rückenmark. um schlussendlich einer Atombombenexplosion gleich dein Hirn in eine Umlaufbahn um den Mars zu schießen.

„Wrglbrmpft !??“

Mehr kommt nicht mehr über deine Lippen, als dich seelige Ohnmacht ereilt…

Schnitt – Vorhang

Jetzt mal ehrlich. Gibt es etwas schlimmeres als eben diesen Satz??? „Gehabt euch wohl?“ WAS ZUM TEUFEL soll man darauf antworten??? Vielleicht „IHR EUCH AUCH?“ Oder „Gehabt euch auch wohl?“ Oder wie wär’s mit (brüllend) „DU KANNST MICH MAL GERN GEHABT WOLLEN, DU BLÖDES LMNfWDhN!!“ ??? Kann man mit den Stilmitteln der menschlichen Sprachen in einem Satz NOCH WENIGER ausdrücken? Müsste man nicht die Wände raufgehen, wenn man das hört? Oder sich innerhalb einer Sekunde auf einen Einzeller zurückentwickeln, der den „Wohlwünschenden“ mit einem schiefen Grinsen blöd anlächelt???

Tja. Wir wissen es nicht. Wir haben es schon so oft gehört und sind immer noch nicht dahinter gekommen, wie man auf diesen Satz reagieren kann oder sollte. Ja, toll… voll ambientemäßig. Nein. Ist es nicht. Nein.

Und was tun? Wie damit umgehen? Nun. Wir hätten da einen Vorschlag. Es gilt, den Schmerz in andere Bahnen zu lenken. Es ist nicht einfach. Es ist ziemlich brutal. Und es verstößt gegen die Menschenrechte. Es ist die einzige Chance die man hat, um sich seinen Seelenfrieden zu bewahren. Und es macht keinen Spaß, aber es muss getan werden.

Man muss schneller sein und es zuerst sagen!

In diesem Sinne…. gehabt euch wooo….*bumm*

Team Horrowitz

Conkuscheln

titel_conkuscheln

“Wer sein Herz verliert, ohne seinen Kopf zu verlieren, hat entweder kein Herz zu verlieren oder keinen Kopf…”

(Karl Heinz Deschner)

~

Ich habe nach Worten gesucht es zu beschreiben, doch ich habe sie nicht gefunden. Und so frage ich mich, wie etwas wirklich unbeschreibliches beschreiben? Den Zauber, die Magie, die Gefühle in Worten einzufangen und wiederzugeben scheint schlichtweg unmöglich. Und, so sagt mir mein Gefühl, deshalb sollte man es wohl auch nicht tun. Doch davon nicht zu erzählen hieße etwas zu verschweigen, was einen der unglaublichsten Aspekte im Larp ausmacht. So will ich eine kleine Geschichte erzählen, eine, die so ähnlich passiert ist und die vielleicht beschreiben kann, welche Faszination in jenem Wort liegt…

~

Du kennst sie nicht und bist ihr nie begegnet. Gegner seid ihr, und als diese steht ihr euch in der Schlacht gegenüber. Die Herzen rasen, Adrenalin peitscht durch die Körper… alles wartet auf das Signal. Schatten umtänzeln das Licht, bereit zuzuschlagen…

Fanfaren gellen über das Feld und der Ruf hallt durch die Köpfe. Schwerter werden gekreuzt, Pfeile geschossen. Ringsumher wird gelitten und gestorben. Jeder führt seinen eigenen Kampf, jeder einzelne – auch Du. Du kämpfst um dein Leben und Sie ist dein Feind. Licht und Schatten treffen aufeinander, ein unendlicher Reigen, ein unabänderliches Schicksal aus Erschaffen und Vernichten. Und irgendwann ist alles vorbei. Die Schlacht ist geschlagen, das Böse besiegt. Du lebst und Sie ist tot, gefallen für ihren dunklen Herrn. Du hast sie vernichtet. Aber das Wesen hinter der Maske, das Wesen hinter dem Bösen, das Gesicht, was unter ihrer dunklen Robe existiert und das Du nicht bemerkt hast triffst Du später -nach den Kämpfen- in deinem Lager wieder.

~

Du weißt nichts von ihr und Du kennst sie nicht, doch ihr seid euch auf Anhieb sympathisch, ihr, die ihr Stunden zuvor im Spiel noch gegeneinander gekämpft habt. Ihr kommt ins Gespräch und beschnuppert euch, entdeckt und erforscht die Menschen hinter den Charakteren. Ihr lacht miteinander und erzählt euch von der Schlacht, von euch selbst und der Welt. Und dann habt ihr beide den selben Gedanken, eingeschlichen in eure Köpfe hat er sich und euch wird klar, das ihr einander mögt. So erhebt ihr euch, lasst die anderen alleine und begebt euch an einen Ort, wo niemand sonst ist, außer euch.

Auf einer Burg am frühen Morgen, gefangen von den gewesenen Augenblicken, losgelöst von allen Konventionen und Verboten, die ihr und das Leben euch selbst auferlegt haben, kommt ihr zur Ruhe. Ihr teilt ein Lager mit eurem Feind und habt ihn gern. Einander in den Armen liegend und sich wohlfühlend ist die Welt ein freundlicher Platz, in der Gut und Böse ständig ringen. Der Kampf wird sich nie entscheiden doch eine Macht gibt es die ihn zumindest für Stunden unterbrechen kann. Und so halten das Licht und die Schatten in ihrem Tosen inne, wenn die Liebe ihren Platz einnimmt…

Gedanken rasen und Herzen schlagen schneller wenn Hände sich berühren und Seelen verschmelzen, die Welt steht still und die Natur führt die Regie. Und so lasst ihr euch treiben, kein Ruder bestimmt die Richtung und was geschehen mag liegt allein in den Händen der Götter….

“Jemanden lieben heißt, ein für die anderen unsichtbares Wunder sehen…” (Francois Mauriac)

Lasst eure Gedanken schweifen und stellt euch eine Liebe vor, die nicht verletzt, die Stunden währt und nichts verlangt, die ehrlich ist und keine Lügen braucht. Im Liverollenspiel könnt ihr sie finden. Sie braucht keinen Sex um zu funktionieren und das macht sie einzigartig, hebt sie ab von jedem One-Night-Stand, der nichts bietet außer die Befriedigung der Lust.

Conkuscheln ist Liebe pur. Sonst nichts.

Mit einem lieben Gruß an Martina, meine erste Conkuschelei..

Martin