Der Delinquent

Delinquent (lateinisch: delinquere, für „sich vergehen, einen Fehltritt begehen“) ist eine insbesondere in der Kriminologie verwendete Bezeichnung für einen Straftäter. Sagt jedenfalls Wikipedia. Der liebe Mumpitz hat da auch so seine Vorstellungen, bringt sie allerdings nicht ganz genau so prägnant auf den Punkt. Dafür aber sehr viel lustiger. Interessanterweise ist Martin immer noch nicht hundertprozentig hinter den Sinn der Worte gelangt aber naja…. könnte daran liegen das er immer nüchtern war als er ihn gelesen hat.

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Fünf typische Delinquenten… bis auf Jay (tot) alle bewaffnet und gefährlich

Der Teilzeit-Delinquent

Nach Mumpitz werden Delinquenten in Teilzeit- und Vollzeitdelinquenten unterteilt. Teilzeitdelinquent ist jemand, der erst seit kurzer Zeit ein Delinquent ist. In der Regel ging er bis kurz vorher einem ehrbaren Beruf nach, bis ihn die Umstände – oder jemand – zum Delinquenten gemacht haben.

Meist wird man nicht von selbst zum Delinquent. Oft hilft der sogenannte (meist unbekannte) „Dritte“ (vergleiche auch: Denunziant) hier nach.

Da die Existenziellen Tätigkeiten eines Delinquenten von einem jedem recht leicht erlernt werden können, stellt das Delinquententum an sich eine attraktive Karrierechance für jede Art Abenteurer dar. Die benötigten Qualifikationen sind überschaubar, und es gibt wenig Möglichkeiten mit weniger persönlichem Einsatz zu Ansehen und Bekanntheit zu kommen..

Was nun unterscheidet Voll- und Teilzeit-Delinquent? Um dies zu verstehen ist es wichtig einen Einblick in das Berufsbild und den Aufgabenbereich des (Teilzeit-) Delinquenten im allgemeinen zu bekommen.

Die grundlegende Aufgabe des Delinquenten

Worum geht es wirklich beim Delinquenten-Tum? Nun, wenn man die Aufgabe des Delinquenten auf das wesentliche reduziert, dann geht es darum dem Volk Kurzweil zu verschaffen, ja! – es zu begeistern, zu flashen und vom Hocker zu reißen! Und womit kann man das nun wirklich, wahrhaftig schaffen? Richtig. Mit Blut.

Merke: Der beste Teilzeit-Delinquent ist der der möglichst inbrünstig, unter lautem Geschrei und mit viel, viel Einsatz von Körperflüssigkeiten (meist: Blut) sein Leben aushaucht… nicht ohne dabei ein ekstatisch-röchelndes „Freeeiheeeeeeiiii…..“ oder „Wrglbrmpfffffftttt…“ hören zu lassen…

Gute Delinquenten genießen hohes Ansehen beim Volk, und auch beim Rest des Ensemblés (z.B. Henker, Scharfrichter, die Reine-mach-Frau…) das es gemeinhin schätzt, mit echten Profis zu arbeiten. Insofern fungiert der Delinquent hier nicht nur als Vorbild und Mentor, sondern faktisch auch als (temporärer) Arbeitgeber für eine ganze Reihe von Leuten die ohne ihn einfach nichts zu tun hätten. Arbeitspsychologisch interessant hierbei ist, dass in dieser Arbeitgeber-zu-Arbeitnehmer-Beziehung der Henker als Arbeitnehmer gesellschaftlich-hierarchisch höher gestellt ist als der Delinquent in der Rolle als Arbeitnehmer. Möglicherweise ist dies ein psychologischer Motivationsfaktor, der den Henker dann auch ein bis zwei Augen zudrücken lässt, wenn sein Einsatz wieder einmal außerhalb gewerkschaftskonformer Arbeitszeiten (meist Sonn- und Feiertags) nötig ist.

Delinquententum – nicht nur für das Amusement

Man könnte meinen, das Delinquententum sei nur für die Belustigung und das Entertainment des gemeinem Volkes gedacht. Zwar ist das per se nicht falsch, aber doch zu kurz gedacht. Tatsächlich geht es hier nicht nur um Amusement. Tatsächlich nutzen „SIE“ das Delinquententum dazu besagtes Volk mit einigen einfachen Fragestellungen zu konfrontieren:

  1. „Hallo. Weißt du eigentlich das man als Delinquent keine besonderen Fähigkeiten BRAUCHT?“
  2. „Hallo. Weißt Du eigentlich das Du keine besonderen Fähigkeiten HAST?“
  3. „Hallo. Hast Du dieses Wochenende schon was vor?“

Drei einfache Fragen. Mehr braucht es normalerweise nicht, um das Volk (liebevoll bisweilen auch „der Mob“ genannt) damit an die eigene Sterblichkeit und an die Existenz der sogenannten „Drei Staatsgewalten“ zu erinnern. Besser bekannt sind diese unter ihren Namen Jorge, Henk und Malluk – drei grimmige, gewaltige Typen mit sehr großen Äxten, die als ausgesprochen gewaltig, um nicht zu sagen gewalttätig gelten. Demnächst auf Tournee, auch in deiner Stadt, bringen Sie die Gewalt des Staates unters Volk, falls der Regent deines vertrauens (vetinarimäßig) so entscheidet…

Vom Amateur zum Profi: Der Vollzeit-Delinquent

Vollzeitdelinquenten haben im Gegensatz zu den oben beschriebenen Teilzeitdelinquenten nicht den zweiten Bildungsweg beschritten. Vollzeitdelinquent wird man nicht, Vollzeitdelinquent ist man von Geburt an. Hat man als Teilzeit-Delinquent noch die Chance zu überleben sieht es als Vollzeit-Delinquent duster aus. Richtig duster. Zappenduster. Wie in einem Ogerarsch duster. Also: Nicht besonders gut.

 

Eigentlich…

 

Am Ende wird alles gut…

Wer unsere Hinrichtungsgeschichte gelesen hat weiß was nun kommt: Am Ende wird alles gut. Also, halt nicht. Es stirbt dann doch keiner. Der Vollzeit-Delinquent, der unerklärlicher Weise eine extreme Ähnlichkeit mit dem Wirt, dem Hautmann der Garde oder dem Erzmagier hat, und dessen einziger Zweck es ist zu sterben, der stirbt dann doch nicht. Ungefähr eine halbe Stunde vor dem geplantem Beginn der Exekutionsveranstaltung verschwindet er mit gekreuzten Armen in einer für den Pöbel nicht existenten Tür und ward seitdem nicht mehr gesehen…

Interesse?

Wer Lust auf eine Karriere mit Ver-Beamtung (lebenslang unkündbar) hat, die ziemlich sicher endet, wenn es „am schönsten“ ist, wer freie Kost und Logis schätzt, der sollte sich über das Delinquententum informieren. Neugierige Individualisten sind stets Willkommen. Fordern Sie noch heute unsere Broschüre an, oder reichen Sie gleich Ihre schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und Portraitzeichnung unter der Chiffre #Knalleffekt ein…

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Basierend auf dem etwas vergilbten Original-Manuskript des

Hauptmann Mumpitz von Kranichfeld @ SagaLive

und leicht gepimpt und nach 2013 transportiert von

martin [at] horrowitz [dot] de


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