Conkuscheln

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“Wer sein Herz verliert, ohne seinen Kopf zu verlieren, hat entweder kein Herz zu verlieren oder keinen Kopf…”

(Karl Heinz Deschner)

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Ich habe nach Worten gesucht es zu beschreiben, doch ich habe sie nicht gefunden. Und so frage ich mich, wie etwas wirklich unbeschreibliches beschreiben? Den Zauber, die Magie, die Gefühle in Worten einzufangen und wiederzugeben scheint schlichtweg unmöglich. Und, so sagt mir mein Gefühl, deshalb sollte man es wohl auch nicht tun. Doch davon nicht zu erzählen hieße etwas zu verschweigen, was einen der unglaublichsten Aspekte im Larp ausmacht. So will ich eine kleine Geschichte erzählen, eine, die so ähnlich passiert ist und die vielleicht beschreiben kann, welche Faszination in jenem Wort liegt…

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Du kennst sie nicht und bist ihr nie begegnet. Gegner seid ihr, und als diese steht ihr euch in der Schlacht gegenüber. Die Herzen rasen, Adrenalin peitscht durch die Körper… alles wartet auf das Signal. Schatten umtänzeln das Licht, bereit zuzuschlagen…

Fanfaren gellen über das Feld und der Ruf hallt durch die Köpfe. Schwerter werden gekreuzt, Pfeile geschossen. Ringsumher wird gelitten und gestorben. Jeder führt seinen eigenen Kampf, jeder einzelne – auch Du. Du kämpfst um dein Leben und Sie ist dein Feind. Licht und Schatten treffen aufeinander, ein unendlicher Reigen, ein unabänderliches Schicksal aus Erschaffen und Vernichten. Und irgendwann ist alles vorbei. Die Schlacht ist geschlagen, das Böse besiegt. Du lebst und Sie ist tot, gefallen für ihren dunklen Herrn. Du hast sie vernichtet. Aber das Wesen hinter der Maske, das Wesen hinter dem Bösen, das Gesicht, was unter ihrer dunklen Robe existiert und das Du nicht bemerkt hast triffst Du später -nach den Kämpfen- in deinem Lager wieder.

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Du weißt nichts von ihr und Du kennst sie nicht, doch ihr seid euch auf Anhieb sympathisch, ihr, die ihr Stunden zuvor im Spiel noch gegeneinander gekämpft habt. Ihr kommt ins Gespräch und beschnuppert euch, entdeckt und erforscht die Menschen hinter den Charakteren. Ihr lacht miteinander und erzählt euch von der Schlacht, von euch selbst und der Welt. Und dann habt ihr beide den selben Gedanken, eingeschlichen in eure Köpfe hat er sich und euch wird klar, das ihr einander mögt. So erhebt ihr euch, lasst die anderen alleine und begebt euch an einen Ort, wo niemand sonst ist, außer euch.

Auf einer Burg am frühen Morgen, gefangen von den gewesenen Augenblicken, losgelöst von allen Konventionen und Verboten, die ihr und das Leben euch selbst auferlegt haben, kommt ihr zur Ruhe. Ihr teilt ein Lager mit eurem Feind und habt ihn gern. Einander in den Armen liegend und sich wohlfühlend ist die Welt ein freundlicher Platz, in der Gut und Böse ständig ringen. Der Kampf wird sich nie entscheiden doch eine Macht gibt es die ihn zumindest für Stunden unterbrechen kann. Und so halten das Licht und die Schatten in ihrem Tosen inne, wenn die Liebe ihren Platz einnimmt…

Gedanken rasen und Herzen schlagen schneller wenn Hände sich berühren und Seelen verschmelzen, die Welt steht still und die Natur führt die Regie. Und so lasst ihr euch treiben, kein Ruder bestimmt die Richtung und was geschehen mag liegt allein in den Händen der Götter….

“Jemanden lieben heißt, ein für die anderen unsichtbares Wunder sehen…” (Francois Mauriac)

Lasst eure Gedanken schweifen und stellt euch eine Liebe vor, die nicht verletzt, die Stunden währt und nichts verlangt, die ehrlich ist und keine Lügen braucht. Im Liverollenspiel könnt ihr sie finden. Sie braucht keinen Sex um zu funktionieren und das macht sie einzigartig, hebt sie ab von jedem One-Night-Stand, der nichts bietet außer die Befriedigung der Lust.

Conkuscheln ist Liebe pur. Sonst nichts.

Mit einem lieben Gruß an Martina, meine erste Conkuschelei..

Martin

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